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Saturday, July 15, 2017

6. Band des Deutschen Familiennamenatlas: Familiennamen aus Rufnamen

Namenforschung.net

Der sechste Band des Deutschen Familiennamenatlas (DFA) ist erschienen. 49 Kartenkomplexe dokumentieren Familiennamen, deren erste Namenträger nach dem Rufnamen ihres Vaters oder einer anderen Bezugsperson benannt wurden. „Der Band deckt erstmals systematisch und umfassend die räumlichen Beziehungen zwischen dem mittelalterlichen Rufnameninventar und dem Familiennamenbestand eines Landes auf“, erklärt Projektmitarbeiterin Dr. Kathrin Dräger, die Autorin des Bandes. Die Familiennamen konservieren den historischen Rufnamenschatz: Sie bieten die einzige Möglichkeit, die Verwendung der Rufnamen in der damals gesprochenen Sprache – beispielsweise Wörz statt Werner oder Jauss statt Jodocus – und nicht nur in mehr oder weniger offiziellen urkundlichen Aufzeichnungen zu rekonstruieren. „Der neu erschienene Band liefert nicht nur eine erstrangige Quelle zur Familien- und Rufnamenforschung, sondern etwa auch zur Kulturgeschichte, insbesondere zur Geschichte der gesprochenen Sprache, zur mittelalterlichen Heiligenverehrung oder zur Aneignung dynastischer Leitnamen“, sagt Dräger.

Mit Band 6 ist der DFA inhaltlich abgeschlossen. Die ersten drei Bände widmen sich grammatischen Phänomenen, und zwar der unterschiedlichen Verteilung von Vokalen (Meier, Meyer, Maier, Mayer), Konsonanten (Schmidt, Schmitt, Schmid, Schmitz) und Bildungsweisen (Linde, Lindner, Lindemann). Die drei weiteren Bände befassen sich mit der Bedeutung und Motivation der Familiennamen: Band 4 gilt den Familiennamen nach der Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erreicht in allen Hochschulrankings Spitzenplätze. Forschung, Lehre und Weiterbildung wurden in Bundeswettbewerben prämiert. 25.000 Studierende aus über 100 Nationen sind in 196 Studiengängen eingeschrieben. Etwa 7.000 Lehrkräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung engagieren sich – und erleben, dass Familienfreundlichkeit, Gleichstellung und Umweltschutz hier ernst genommen werden. Herkunft und der Wohnstätte, Band 5 den Familiennamen nach Berufen und 2 persönlichen Merkmalen. Noch in diesem Jahr soll Band 7 mit Register und Literaturverzeichnis im Druck erscheinen.



Der Atlas entstand in Kooperation der Universitäten Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Konrad Kunze und Mainz unter der Leitung von Prof. Dr. Damaris Nübling. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte das Projekt zwischen 2005 und 2015.

Veröffentlichung: Kunze, K./Nübling, D. (Hrsg.) (2017): Deutscher Familiennamenatlas. Band 6: Familiennamen aus Rufnamen. Von Kathrin Dräger. Berlin.

Weitere Informationen: www.familiennamenatlas.de

Friday, April 22, 2016

Fünfter Band des Deutschen Familiennamenatlas erschienen

http://www.uni-mainz.de/presse/75150.php

Dillschneider, Sägemüller und Fiedler: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen

                   
                                           
Der fünfte Band des Deutschen Familiennamenatlas (DFA) zur Gruppe der Berufs- und Übernamen liegt vor. Der neue Band behandelt die Entstehungsmotivation der Namen durch den Beruf und durch persönliche Merkmale wie beispielsweise die körperliche Erscheinung eines Menschen. Während andere Bände die Bildung von Familiennamen anhand anderer Namen, zum Beispiel anhand von Rufnamen oder Städtenamen, zum Thema haben, beruhen die Familiennamen im fünften Band nicht auf Namen, sondern ausschließlich auf Substantiven, Adjektiven oder Verben, wie sie in der gesprochenen Sprache des späten Mittelalters in Gebrauch waren. Damit stellt der Band ein neues Grundlagenwerk für die Sprachgeschichte dar.
                   
"Mit über 1.000 Seiten ist dies unser dickster und wahrscheinlich auch attraktivster Band, der am meisten über die Wortgeographie der Berufsbezeichnungen aussagt", erklärt Univ.-Prof. Dr. Damaris Nübling vom Deutschen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Der erste Teil des vorliegenden Bandes gilt Namen, die durch Beruf, Stand oder Amt motiviert sind. "Fiedler" beispielsweise geht auf die Bezeichnung eines Geigenspielers im Norden Deutschlands zurück, im Süden ist der Name "Geiger" verbreitet. Ob jemand "Bäcker" oder "Beck", "Pfister" oder "Pistor" heißt, lässt sich ebenso regional vergleichen wie "Sägemüller" oder "Schreiner" und "Gockel" oder "Gögel". Viele Bezeichnungen finden sich für Spezialbäcker, etwa "Semmler", "Mutschler", "Lebküchler" oder auch "Schlotterbeck". "Insgesamt lässt sich sagen, dass die 14 häufigsten Familiennamen in Deutschland allesamt Familiennamen aus Berufsbezeichnungen sind", erläutert Projektmitarbeiterin Dr. Kathrin Dräger.
                   
Der zweite Teil des fünften Bandes behandelt Namen, die durch körperliche, charakterliche oder biographische Merkmale motiviert sind: "Klein" und "Groß" gehören zu den häufigsten Namen, andere wie "Weiß", "Roth" oder "Kraus" gehen auf Haarfarbe oder Haarbeschaffenheit zurück. Bestimmte Verhaltensweisen führten zu Namen wie "Still" oder "Stille", jemand, der viel zu sich nimmt, wurde "Schlemmer" genannt. "Die Palette dieser Übernamen ist außerordentlich vielfältig, weil viele unterschiedliche Merkmale eingehen vom Körperumfang über die Gangart bis zu Trink- oder Schlafgewohnheiten", so Dräger.
                   
419 Karten zeigen, wie die häufigsten Namen regional verteilt sind. Dabei ging es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nicht darum, die Verbreitung einzelner Namen festzuhalten, sondern sie im Spektrum ihrer Varianten – "Diller" und "Dillschneider" etwa – darzustellen und sie ins Umfeld konkurrierender Namen einzubetten.
                   
Der Atlas entsteht als Kooperationsprojekt der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Prof. Dr. Konrad Kunze, Prof. Dr. Peter Auer) und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Damaris Nübling) und wurde ab 2005 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Er bietet nicht nur der Namenforschung ein neues Fundament, indem er den Bestand und die Verbreitung der Familiennamen in der Bundesrepublik Deutschland auf dem Stand von 2005 festhält. Auch anderen Disziplinen von der Sozialgeschichte über die Siedlungs- und Migrationsforschung bis zur Genetik steht damit ein unverzichtbares hilfswissenschaftliches Instrument bereit. Trotz zahlreicher Flucht- und Wanderbewegungen in den vergangenen Jahrhunderten und trotz der modernen Mobilität sind die geschichtlich gewachsenen Namenlandschaften erstaunlich stabil geblieben.
                   
Ursprünglich war der Deutsche Familiennamenatlas mit vier Bänden konzipiert. Die Datengrundlage erwies sich jedoch als so umfangreich, dass das Projekt nun auf sechs Bände plus einem Registerband ausgelegt wird. Der sechste Band zur Bildung von Familiennamen aus Rufnamen ist in Bearbeitung und wird voraussichtlich 2017 erscheinen.

Wednesday, March 2, 2016

Frühling läßt sein blaues Band...

http://www.namenforschung.net/specials/fruehling/

...wieder flattern durch die Lüfte. So begrüßte Eduard Mörike den Frühling in seinem berühmten Gedicht. Heute, zum meteorologischen Frühlingsanfang, wittern wir noch keine Frühlingsluft - es ist doch noch recht kalt. Aber die ersten Frühjahrsboten wie Schneeglöckchen und Krokus blühen schon, so langsam erwacht die Natur aus der Winterruhe. Für Menschen mit Heuschnupfen beginnt jedoch ihre jährliche Plage, denn Erlen und Hasel schicken schon ihre Pollen aus. Allerdings: Die Freude auf einen schönen Lenz kann durch nichts gedämpft werden. Hatten unsere Vorfahren auch des Frühlings Erwachen im Sinn bei den Namen Märzluft, Frühling, Wiedergrün und Pollen?




Frühling


Verbreitung der Familiennamen Frühling und Frieling
Etwa 1044 Menschen in Deutschland (360 Telefonanschlüsse) tragen den verheißungsvollen Familiennamen Frühling, der an eine positive, frohe Natur des ersten Namenträgers denken lässt. Doch der sprachliche Befund zeigt, dass hier eine Zurückführung auf die Jahreszeit kaum möglich ist, denn das Wort Frühling war in mittelhochdeutscher Zeit, in der die Familiennamen entstanden, nicht gebräuchlich. Diese Jahreszeit hieß im Süden Lenz(e), im Norden Lente. Im größten Teil des deutschen Sprachraums wurde Lenz/Lente in der Neuzeit durch die Bezeichnung Frühjahr abgelöst; nur im schwäbischen Raum sowie in Brandenburg und Sachsen kam hierfür das Wort Frühling auf, das allmählich Eingang in die Standardsprache fand. Der Familienname Frühling jedoch findet sich weit von diesen Gebieten entfernt im Nordwesten des Sprachraums und muss folglich einen anderen Ursprung haben. Er geht zurück auf mittelniederdeutsch vrīlinc, womit ein freier Mann im Gegensatz zu einem Leibeigenen bezeichnet wurde. Die ursprünglichere Form Frieling, bei der die Rundung ī > ü ausgeblieben ist, findet sich etwas weiter südlich.


Wiedergrün


Verbreitung des Familiennamens Wiedergrün
Durch das mildere Wetter im Frühling erblüht nicht nur unsere Stimmung, auch die Pflanzen beginnen wieder in sattem Grün zu strahlen. Doch die naheliegende Vermutung, wir würden den Familiennamen Wiedergrün diesem jährlichen Wandel der Natur verdanken, ist ein Trugschluss. Die etwa 129 Namenträger/-innen (das entspricht 46 Telefonanschlüssen), die sich den Familiennamen teilen, heißen aus völlig anderem Grund so. Bei Wiedergrün handelt es sich um einen Übernamen zu mittelhochdeutsch widergrīn 'Gegenwehr, Gegenbrummen' für jemanden, der sich zu verteidigen weiß. Betrachtet man die historischen Belege, so lässt sich der Name in Freiburg im Breisgau nachweisen: Dort lebte im Jahre 1431 ein Mann namens Peter Widergrin.


Märzluft


Verbreitung der Familiennamen Märzluft und Mertzlufft
Sie ist noch etwas frisch, doch als Frühlingsbote fühlt sie sich mit jedem Sonnenstrahl ein bisschen wärmer an: die Märzluft. Ist auch bei dem gleichlautenden Familiennamen an eine Benennung nach einem weckenden Lüftchen zu denken, das um die Alpen weht, den Schnee langsam zum Schmelzen bringt und die Almen erblühen lässt? Geht man nach der Verteilung dieses Familiennamens, so erscheint diese Deutung passend, denn fast alle der etwa 93 Namenträger/-innen (32 Telefonanschlüsse) leben im Raum München. Vermutlich ist es aber kein heranwehender Frühling, der einst namengebend für diese bayrischen Familien war, sondern ein Urahn mit dem Rufnamen Marzolf (als Familienname verbreitet am Ober- und Mittelrhein). Dieser ist dem lateinischen Namen Marcellus nachgebildet, wobei die zweite Silbe durch das deutsche Rufnamenglied -(w)olf ersetzt wurde. Regional wurde Marzolf zu Merzlof und schließlich volksetymologisch zu Märzluft umgedeutet. Die etwas seltenere Variante Mertzlufft (27 Telefonanschlüsse, rund 78 Namenträger/-innen) ist außer im Raum München vor allem entlang des Rheins von Mannheim bis Germersheim verbreitet.


Pollen


Verbreitung des Familiennamens Pollen
Der Familienname Pollen kommt mit 37 Telefonanschlüssen (= 104 Namenträger/-innen) geballt im Raum Nettetal vor. Allerdings steckt nicht der allergieauslösende Pflanzensamen dahinter. Vielmehr kann es sich um einen Wohnstättennamen handeln zu Boll, Poll 'rundlicher Hügel'. Oder um ein Patronym (der Rufname des Vaters wird zum Familiennamen), das auf Rufnamen mit dem althochdeutschen Element bald 'kühn' (z.B. Leopold, Baldauf) zurückgeht bzw. auf Kurzformen aus den Heiligennamen Apollonius/Apollonia. Die heilige Apollonia ist die Patronin der Zahnärzte und hilft bei Zahnschmerzen, aber nach einer alten Bauernregel spielt ihr Gedenktag (9. Februar) auch eine wichtige Rolle für den Frühlingsbeginn:
"Kommt die Jungfrau Apollonia, sind auch bald die Lerchen wieder da".

Saturday, January 9, 2016

Von den rätselhaften Lunkenheimern und den Aydins aus der Türkei

http://www.rhein-main-universitaeten.uni-mainz.de/40.php


Dr. Rita Heuser ruft einen Namen auf. "Nehmen wir Aydin", sagt sie. "Dieser Familienname ist nicht selten in Deutschland. Er steht in der Häufigkeit immerhin auf Rang 1134." Auf dem Bildschirm ihres Computers erscheint eine schematische Karte der Bundesrepublik. Rote Kreise zeigen, wo Aydins registriert sind. Vor allem in Städten und Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet kommt der Name häufig vor. "Im ländlichen Bereich finden wir den Namen Aydin seltener, auch im Osten kommt er kaum vor." Verbreitung des Namens Aydin innerhalb Deutschlands (© DFD)Höchstwahrscheinlich kamen die ersten Aydins in den 1950er- und 1960er-Jahren als Gastarbeiter aus der Türkei nach Westdeutschland. Das erklärt die spezifische Verbreitung.
Heuser hat noch mehr Informationen zu bieten: "Der Name bedeutet 'hell' oder 'erleuchtet'." Das ist eine der Hauptdeutungen. Die Internetseite wartet mit weiteren Interpretationen auf. Der seldschukische Fürst Aydin aus dem 14. Jahrhundert kann Pate gestanden haben oder eine Region in der Türkei könnte gemeint sein, auch wenn das entschieden unwahrscheinlicher ist. Ein knapper, allgemein verständlich geschriebener Eintrag gibt darüber Auskunft. Der Autor: Mehmet Aydin, Student an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt "Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands" (DFD).
"Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen oft eine wichtige Expertise mit", sagt Univ.-Prof. Dr. Damaris Nübling vom Deutschen Institut der JGU. Gemeinsam mit Heuser, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur arbeitet, zeichnet sie in Mainz für das Projekt verantwortlich. "Wir brauchen unter anderem Kenntnisse über nichtdeutsche Familiennamen", betont die Sprachwissenschaftlerin. "Dabei können durchaus auch studentische Hilfskräfte aus dem Baltikum, aus Schweden, aus der Türkei oder Leute mit entsprechenden Sprachkenntnissen eine große Hilfe sein."
"Es gibt keine Region in Deutschland, in der wir nur Familiennamen deutscher Herkunft finden", betont Heuser. Die Landschaft ist bunt – wie bunt, das wird erst mit diesem Wörterbuch so richtig klar.
Das DFD ist aus einem früheren Projekt, dem "Deutschen Familiennamenatlas", hervorgegangen, an dem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz beteiligt sind. "Das ist ein sehr linguistisches Projekt und eher für die Fachwelt gedacht", erklärt Nübling. (v.l.) Dr. Rita Heuser und Univ.-Prof. Dr. Damaris Nübling (Foto: Peter Pulkowski)"Während der Arbeit daran bekamen wir aber viele Anfragen von Journalisten und Privatleuten. Das öffentliche Interesse an dem Thema ist ungeheuer groß." Also sollte ein Projekt her, dass nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern auch Laien den einfachen Zugang zu neuesten Erkenntnissen der Forschung ermöglicht: Im Jahr 2012 begann die Arbeit am Digitalen Familienwörterbuch Deutschlands.
"Am Anfang waren viele technische Fragen zu klären", erzählt Heuser. "In welcher Form stellen wir unsere Erkenntnisse ins Internet? Wie bleiben sie zitabel? Wir entwickelten ein digitales Konzept und mussten uns überlegen, was wir alles hineinnehmen." Zwei Jahre nahm das in Anspruch. "Dieser Aspekt wird oft unterschätzt, aber wir wussten, dass es so lange dauern würde." Hier war die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen der TU Darmstadt sehr eng. Von dort kam neben sprachwissenschaftlicher Fachkenntnis insbesondere die notwendige IT-Kompetenz. "Es begann als Zweckehe und ist zu einer Liebesehe geworden", skizziert Nübling die Kooperation der drei Institutionen mit einem Lächeln. "Inzwischen sind die Darmstädterinnen unsere Traumpartner."
Erstaunlich wenig ist bekannt über die Familiennamen in Deutschland. Ihre Zahl wird auf 800.000 geschätzt. Davon führen die bisher vorhandenen einschlägigen Lexika bestenfalls 70.000 auf. "Dort finden wir auch noch häufig Widersprüche oder Fehler, was Herkunft oder Bedeutung angeht", sagt Heuser. Und nirgends gibt es fundierte Karten zur Verbreitung von Familiennamen. Das leistet erst das digitale Wörterbuch und zeigt damit eindrücklich, wie wichtig die Familiennamengeografie auch für die Namensdeutung ist.
"Wir greifen auf die Telekom-Datenbank zurück", erzählt Nübling. "Das ist die einzige Quelle, die überhaupt zur Verfügung steht. Sie eignet sich hervorragend, da sie flächendeckend ist." Alle Festanschlüsse sind dort verzeichnet. Die Sprachwissenschaftler arbeiten mit dem Datensatz von 2005. "1990 oder 1995 hätte keinen Sinn gehabt, da war der Osten noch nicht in der Dichte dabei, die wir brauchen." Nach 2005 nahmen die Handy-Anschlüsse stark zu. Das Verzeichnis der Festanschlüsse verliert an Aussagekraft.
"Wir erfassen alle Familiennamen mit mindestens zehn Telefonanschlüssen", sagt Heuser. Am Ende wird das DFD rund 200.000 Namen enthalten. Ein Klick gibt Auskunft – schon jetzt. "Müller" etwa steht auf Rang eins. Er ist quasi allgegenwärtig, aber selbst hier gibt es Unterschiede. Nach Norden hin nimmt die Häufigkeit ab und auch im Südosten der Republik sieht es dünn aus.
"Müller scheint vielleicht gar nicht so interessant", räumt Heuser ein. "Aber das ist nur auf den ersten Blick so." Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter des DFD-Projekts beackert gleich ein ganzes Namensfeld. Es geht im Fall Müller also auch Das Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands basiert auf dem seit 2005 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt 'Deutscher Familiennamenatlas'. (Foto: Peter Pulkowski)um Neumüller oder Kumpfmüller. Plötzlich werden Kenntnisse zu Mühlentypen interessant. Auch Varianten geraten ins Blickfeld. Bei Miller könnte man annehmen, der Name stamme aus dem englischsprachigen Raum. Die Karte zeigt aber, dass die Millers vor allem in Süddeutschland zu Hause sind. Vor Ort wurde aus dem "ü" aufgrund des Dialekts einfach ein "i".
Oft stammen Familiennamen tatsächlich aus dem Ausland, doch wird es in vielen Fällen nicht mehr wahrgenommen. Die Endrulats und Wowereits etwa kamen aus dem Baltischen, Schimanski und Grabowski weisen in Richtung Polen und Schirra nach Frankreich.
Die Lunkenheimer dagegen stammen aus Rheinhessen. Aber woher genau? "Der Name scheint eindeutig auf eine Siedlung namens Luinkenheim zu verweisen", berichtet Heuser. "Aber dieser Ort existiert heute nicht mehr und ist auch historisch nicht nachweisbar." Es ist eine Puzzlearbeit, die bei jedem Namen neu beginnt. "Es ist auch eine Pionierarbeit", ergänzt Nübling. Für Studierende, für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bietet diese Arbeit am DFD Chancen. "Sie übernehmen ein Namensgebiet, sind damit sofort mittendrin in der Forschung und können bei uns veröffentlichen. Die Verfasser des Artikels werden alle genannt."
Das DFD weist über die deutschen Grenzen hinaus. Kenntnisse zur Namenslandschaft im Ausland sind unabdingbar. "In den Niederlanden und in Schweden werden Familiennamen rigoros an die Rechtschreibung angepasst", nennt Heuser nationale Eigenheiten. "Dadurch gibt es dort viel weniger Schreibvarianten. Ein "Weißbrod" neben einem "Weisbrodt" wäre dort unzulässig. "Deutsche Familiennamen sind in ihrer Vielfalt also eine echte Besonderheit."
Mit dem DFD entsteht eine Quelle, die vielen Forschungsdisziplinen nutzen kann, eine Quelle, die in Zukunft mehr und mehr mit anderen Datenbanken vernetzt werden wird, und eine Quelle, in die jeder einfach mal reinschauen kann. Viele haben es bereits getan. Mancher muss noch etwas warten, bis sein Name auftaucht. Aber neue Beiträge kommen, Monat für Monat.

Monday, January 4, 2016

Forschungsprojekt "Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands"

http://www.rhein-main-universitaeten.uni-mainz.de/129.php

DIGITALES FAMILIENNAMENWÖRTERBUCH DEUTSCHLANDS (DFD)

Ein Projekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Technischen Universität Darmstadt in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Das Forschungsprojekt "Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands" (DFD) erschließt den aktuellen Familiennamenbestand der Bundesrepublik und stellt die Ergebnisse per Internet der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das Langzeitvorhaben ist eine Kooperation der Technischen Universität Darmstadt, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Das Projektteam plant, rund 200.000 der in Deutschland vorkommenden Familiennamen lexikografisch zu erfassen, zu kartieren und auf ihren Ursprung hin zu untersuchen. Damit entsteht eine Quelle, die vielen verschiedenen Forschungsdisziplinen nutzen kann und die zukünftig mehr und mehr mit anderen Datenbanken vernetzt werden wird.
Johannes Gutenberg-Universität Mainz & Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
(v.l.) Univ.-Prof. Dr. Damaris Nübling und Dr. Rita Heuser (Foto: Stefan F. Sämmer)

Von den rätselhaften Lunkenheimern und den Aydins aus der Türkei

Dr. Rita Heuser ruft einen Namen auf. "Nehmen wir Aydin", sagt sie. "Dieser Familienname ist nicht selten in Deutschland. Er steht in der Häufigkeit immerhin auf Rang 1134." Auf dem Bildschirm ihres Computers erscheint eine schematische Karte der Bundesrepublik. Rote Kreise zeigen, wo Aydins registriert sind. Vor allem in Städten und Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet kommt der Name häufig vor. "Im ländlichen Bereich finden wir den Namen Aydin seltener, auch im Osten kommt er kaum vor." Höchstwahrscheinlich kamen die ersten Aydins in den 1950er- und 1960er-Jahren als Gastarbeiter aus der Türkei nach Westdeutschland. Das erklärt die spezifische Verbreitung ...



Technische Universität Darmstadt

(v.l.) Prof. Dr. Nina Janich und Prof. Dr. Andrea Rapp (Foto: Stefan F. Sämmer)Brückenbauer zwischen den Disziplinen

Der Familienname Darmstadt – dies wird niemanden besonders überraschen – findet sich vor allem in der Region um Darmstadt. Dass er auf die Herkunft seiner Träger hinweist, liegt nahe. Prof. Dr. Andrea Rapp präsentiert einen Auszug aus dem Digitalen Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD). Das DIN-A4-Blatt vor ihr auf dem Tisch zeigt die Umrisse der Republik und als Farbtupfer einen großen roten Kreis um die Stadt. Nur wenige kleine Punkte weisen dagegen auf den Namen Darmstadt in anderen Regionen hin. "Überall sonst ist der Name eher selten."

Saturday, February 14, 2015

Helau, Alaaf und Narri-Narro

http://www.namenforschung.net/specials/fastnacht/


Narrenfeste wurden schon immer gerne gefeiert, man kann sie bis in die Antike zurückverfolgen. Alles war erlaubt: Niedriggestellte konnten sich wie Herren verhalten, und die Weltordnung wurde auf den Kopf gestellt (man sprach auch von der "verkehrten Welt"). Besonders im späten Mittelalter entwickelten sich im Zusammenhang mit der vorösterlichen Fastenzeit allmählich viele heute noch bekannte Fastnachtsbräuche (und wurden auch hin und wieder erfolglos verboten): Umzüge und Tänze in Verkleidung, Narrenauftritte, Mummenschanz und Schlemmerei. Unsere Vorfahren wollten noch mal so richtig genießen, bevor sie die Fastenzeiten einhalten mussten. Daher wurden traditionell zu Beginn und am Ende besondere Festlichkeiten vorgesehen. Meist sind diese verbunden mit reichlichem Essen und Trinken. Nicht umsonst heißt der Höhepunkt der Fastnachtszeit in den USA (v.a. in New Orleans) Mardi gras 'fetter Dienstag'. Zum Schmausen eigneten sich vor allem in fett ausgebackene Teigwaren (Kreppel) und ähnliche kalorienreiche Gerichte. Eine besondere Note erhielt die rheinische Fastnacht im 19. Jahrhundert - sie verlagerte sich zunehmend in den Saal (Maskenbälle) und wurde politischer. Heute ist Fas(t)nacht/Fasching/Karneval vielfältig und bunt. Es wird in den unterschiedlichsten Ausprägungen ausgelassen gefeiert.
Allen Närrinnen und Narren wünschen wir eine gutgelaunte Zeit!

Kreppel

Verbreitung des Familiennamens Kreppel
Einen Krapfen aus Hefeteig, der in Öl oder Fett schwimmend gebacken wird, nennt man u.a. in Hessen, Rheinhessen und in der Pfalz Kreppel. Und dort, genauer gesagt im Raum Wiesbaden - Bad Camberg, ballt sich auch der entsprechende Familienname mit deutschlandweit rund 481 TrägerInnen. Die Bezeichnung spielt übrigens auf die ursprünglich gebogene Form des Gebäcks an, denn mittelhochdeutschkrapfe bedeutete 'Kralle, Haken'.



Jeck

Verbreitung des Familiennamens Jeck
Was in anderen Regionen der Narr, ist im Rheinland der Jeck. Diese Bezeichnung für einen aktiven Karnevalsteilnehmer ist aus dem mittelhochdeutschen, mittelniederdeutschen Substantiv geckmit der Bedeutung 'Narr, Tor, Wahnsinniger' entstanden. Eher selten dürfte dem Familiennamen jedoch dieses Wort zugrunde liegen. Vielmehr handelt es sich bei Jeck (378 Telefonanschlüsse, demnach ca. 1060 NamenträgerInnen) um ein Patronym, d.h., der Familienname geht auf den Rufnamen des Vaters des ersten Namenträgers zurück. Jeck stellt dabei eine Kurzform von Jakob dar. Etwas seltener ist die Schreibvariante Jäck mit 274 Telefonanschlüssen (ca. 770 NamenträgerInnen).


Narr

Verbreitung des Familiennamens Narr
Dort, wo sich in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht die Feiernden mit "Narri, Narro" begrüßen, aber auch im Vogtland, ist der Familienname Narrzuhause. Die Narrengesellschaft umfasst rund 1500 NamenträgerInnen. Im Mittelalter hatte der Narr aber noch keine Session; er war ein Ganzjahresjeck. Als Narren wurden damals Menschen bezeichnet, die aus der Menge durch andersartiges Verhalten oder Aussehen hervorstachen. Die ersten Namenträger können ihren Namen auch durch die Rolle des Narren in einem Schauspiel erhalten haben.


Fastnacht und Fasching


Verbreitung der Familiennamen Faßnacht,Fastabend und Fasching
Die närrischen Tage tragen, von der jeweiligen Region abhängig, unterschiedliche Bezeichnungen. Deren ursprüngliche Bedeutung ist noch weitgehend ungeklärt. Im Mittelalter wurden sie aber (z.B. mittelhochdeutschvaschancvaschang bzw. mittelhochdeutsch vastnahtvasnaht) als 'Beginn bzw. Tag vor der Fastenzeit' verstanden. Die Bezeichnungsvielfalt spiegelt sich auch in den Familiennamen und ihrer Verbreitung wider. Der NameFasching kommt im Südostdeutschen vor, während Faßnacht (mit ca. 792 NamenträgerInnen) und Fassnacht (mit ca. 364 NamenträgerInnen) im alemannischen, fränkischen und rheinischen Raum aufreten. Daneben gilt v.a. im niederdeutschen Raum Fastabend(mit ca. 398 NamenträgerInnen). Der Name Fastnacht (ca. 255 NamenträgerInnen) ist hauptsächlich west- und ostmitteldeutsch. Wahrscheinlich wurden Bauern so benannt, weil sie zu diesem Zeitpunkt Abgaben zu leisten hatten (z.B. Fastnachtshühner). In manchen Fällen war vielleicht auch die Feierfreudigkeit und das frohsinnige Gemüt des ersten Namenträgers ausschlaggebend. Karneval ist übrigens erst im 17. Jahrhundert aus dem Italienischen entlehnt worden und kommt daher in deutschen Familiennamen nicht vor. Die heutige Verbreitung der Bezeichnungen für die Zeit vor Aschermittwoch kann man im Atlas der Deutschen Alltagssprache anschauen.

Wednesday, November 28, 2012

Landscape of Surnames

reposted from http://www.uni-mainz.de/magazin/122_ENG_HTML.php


The landscape of surnames

Info of 4 January 2012

As Professor of Historical Linguistics at Johannes Gutenberg University Mainz (JGU), Damaris Nübling's special interest is the development of the German language from its first documented form as Old High German, dating to around 800 AD, to contemporary German. Her current projects are witness to the fact that historical linguistics is actually anything but a drab and dry-as-dust discipline. Currently she is investigating the morphology of surnames in Germany.


 On being asked whether today's students find the subject of historical linguistics interesting, Nübling replies with a grin: "Much more than you might think." Although most students only become aware of the existence of such a discipline when they come to university to study, they soon discover that it has its own unique fascination. Nübling's own experience was no different to that of most freshman students today. "I'm actually a frustrated biologist," she confesses. It was her ambition to study biology, but because she did not get a place to study this discipline at first, she decided to take German studies for a semester to fill in the time. Back then she was studying in Freiburg and she became so enamored of linguistics that when she was subsequently actually offered a place to study biology she decided to let the chance slip. As a result, her field of study is now the evolution of language rather than the evolution of the species.



One of the undertakings that Professor Nübling is currently involved in is the German Surname Atlas (Deutscher Familiennamenatlas) project that is being sponsored by the German Research Foundation (DFG). Johannes Gutenberg University Mainz is cooperating with the University of Freiburg in this project, the objective of which is to map the distribution of surnames in Germany. For this purpose, Nübling and her team obtained information on all surnames registered in Germany and the associated postal codes using the documentation compiled by Deutsche Telekom. This enabled the researchers to see which surnames tend to occur in which regions. They were able to conclude from this not only how surnames had originated and spread, but were also able to formulate important premises with regard to how the German language has developed. This project is the first undertaking on this scale to look at the distribution of surnames.

Time capsules

Some 500 years ago, people in Germany started to assume what we now call surnames. "There were only a limited number of forenames in use in the Middle Ages," explains Nübling. There might, for example, have been ten men all called "Georg" living in a particular locality. So that people could differentiate between them, they were each given an individual cognomen or byname, which eventually became that person's surname. As a rule, a byname was derived from a particular individual characteristic of the person, such as their place of origin, their profession, or even some aspect of their appearance. If one of the Georgs worked as a blacksmith, he might be called Georg (the) Schmied ("Smith"), and his descendants would continue to bear the byname of their eponymous ancestor even if they never once came into contact with hammer and anvil.



There are currently some 1.1 million different surnames in Germany (including spelling variants, surnames of non-German origin, and double-barreled surnames). For linguists like Nübling, these represent an absolute treasure trove of research material. "They are time capsules that preserve the language of 500 years ago." The various dialects of German in use at the time when names were being developed have survived in written form only in surnames. This means that, with the help of surnames, Nübling and her colleagues can draw important inferences with regard to the dialects of the period and can reconstruct the name landscape of 500 years ago on the basis of current surname distribution. "And this," she concludes, "is a revolution in linguistics." It is only possible to draw such inferences because there is an up to 85% stability within the various name landscapes. In other words: "People tend to stay living where their ancestors once lived." This is perhaps a somewhat surprising revelation in this age of globalization and mobility.

So what do these name landscapes look like? Nübling clicks around a couple of times on her laptop and large numbers of colorful maps that she herself has generated appear on the screen. Recognizable within the outline map of Germany are regions of various hues in which differently colored circles are located. "This is not the chaos it might appear to be at first; these are actually name landscapes," she elucidates, and provides by way of illustration an introduction to the distribution of the common surname "Schmitt" ("Smith") and its spelling variants. The region in which the variant "Schmitz" predominates is green, while the blue area is where the version "Schmitt" is more common. "Those called 'Schmied,' on the other hand, are clustered down here," Nübling points to the red-colored region in the south of Germany. There are clear demarcations between the areas with preferred spelling variants and these roughly coincide with the linguistic frontiers of the old dialect regions.

Why the "Schwab" families do not live in Swabia

Surname distributions can also provide evidence of the migration of population groups, an aspect that is of particular interest to Nübling and her team. The current distribution of the provenance-derived surname "Schwab" (i.e. "Swabian") reveals the migration pattern of the Swabians. With the help of mapping, it is possible to see not just the direction the migration took but also its intensity. "As you can see," Nübling indicates a map, "there are relatively few people living in the Swabia region (or "Schwaben" in German) who have the surname 'Schwab'." But, as she goes on to explain, this is unsurprising in view of the fact that there is nothing unusual about a Swabian living in Swabia. The provenance of a person only becomes an identifying characteristic once they are outside their place of origin. A Michael could have migrated from Swabia to another district and to distinguish him from all the other local Michaels, he may well have been called Michael (the) Swabian (or "Schwab" in German).



Aspects of cultural history can also be revealed by name landscape maps. A map showing the distribution of all surnames associated with wine-growing would make it possible to determine the distribution of various professions, such as that of cooper - represented by the German surnames "Küfer" and "Fassbinder", and the extent of viticulture 500 years ago. Moreover, it allows for the identification of regions where wine was the drink of choice.

The Digital German Surname Dictionary project

It is not the objective of the Digital German Surname Dictionary project to uncover the meanings of personal names, as it is often the subject of popular radio programs in Germany. "We are much more interested in the linguistic and cultural historical aspects," clarifies Nübling. However, the etymology of surnames, in other words, their origin and meaning, is to be investigated in a follow-up project. The year 2012 will see the initiation of a long-term project that is expected to have a duration of 24 years and will result in the creation of the first comprehensive Digital German Surname Dictionary (Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands). Collaborating on this project are Johannes Gutenberg University Mainz and the Darmstadt University of Technology under the supervision of the Mainz Academy of Sciences and Literature. The dictionary will list all German surnames that occur within Germany, including surnames of foreign origin. This project is unique worldwide in that this is the first time that the full current range of surnames within a particular country will have been collated.

What exactly was the initial motivation for this mammoth undertaking? Damaris Nübling has a simple answer to this question: "There is a massive amount of interest in the meaning of surnames." And existing dictionaries only cover a tiny fraction of surnames while many of the provided interpretations of surnames are simply wrong. One of the stated aims of the project is thus to provide factually based reinterpretations of their etymologies. An example of such a misinterpretation is the assumption that the surname "Hunger" was originally associated with vagrants and vagabonds. A glance at the relevant map shows that the name mainly occurs in the Erzgebirge region in the east of Germany and is actually a variant of the name "Unger," which was used to distinguish immigrants from Hungary. Of course, Nübling is aware of the derivation of her own family name: Nübling means "little Norbert."

Whoever "little Norbert" may have been, his descendant claims that the Digital German Surname Dictionary will be a flagship project. Further cooperation with Austria and Switzerland is already at the planning stage. The project will be made available online, and will be free to use for both the general public and those who wish to use it for academic research purposes.



Although she will have her hands full with work on the project over the next 24 years, Nübling does not intend to restrict herself solely to the study of surnames. She finds forenames and the gender aspects of linguistics just as interesting and this has led her to discover that the forenames given to girls and boys in Germany have tended to become increasingly similar in phonetic terms since the 1970s. Thus Leah and Noah have much more in common than the names Heinz and Ursula that were popular 60 years ago. She is busy preparing an application for a new research project in which she intends to investigate the forename changes adopted by transsexuals. "This area is, as yet, completely uninvestigated," she states. Another field of interest is the linguistic ambiguities of the German language. She has worked on the "Duden Grammatik," the standard German grammar reference work, where she repeatedly encountered ambiguities such as the variant forms adopted by certain nouns in the genitive case (for example "des Atlas/des Atlasses" = of the atlas). As she herself emphasizes, none of these variants is actually wrong; what they indicate is that German is a living language that undergoes the changes common to other languages, too. These ambiguities can also represent pointers to what the German language will be like in 100 years time. It is apparent that there is nothing static about language and that the "frustrated biologist" will continue to have much more to do in future.

Monday, November 26, 2012

DFA / 3rd volume


Third volume of the German Surname Atlas published

Merkel, Eberlein, Bäuerle: On the formation of surnames

Info of 12.04.2012

The third volume of the German Surname Atlas has just been published. It looks at the morphology of surnames, i.e., how surnames come to be formed. The 365 maps document with impressive clarity the distribution of various diminutive suffixes in German family names such as -el, -lein, -le, -ken, -chen in names like Merkel, Eberlein, Bäuerle, Seidl, Wilke, or Schmidtchen. Surnames such as Schmidbauer and Kochwagner, for example, are formed from the names of two professions and are almost exclusively to be found in Bavaria. Hyphenated surnames, such as Müller-Lüdenscheid, are largely limited to the regions of former West Germany, since family law in the old German Democratic Republic prohibited double names.



The new volume focusing on morphology includes a grammar section with more than 30,000 names on 1,134 colored maps. The first two volumes of the German Surname Atlas document the various distributions of vowels (volume 1) and consonants (volume 2) in surnames, e.g., the distribution of Meier/Meyer/Maier/Mayer, Schmidt/Schmitt/Schmid/Schmied/Schmitz, or Walter/Walther. Among other things, the map commentaries provide information on the origin and meaning of the names as well as the distribution of individual variants and historical spellings. The next three years will bring three further volumes that will examine the meaning and motivation behind surnames. Volume 4 will examine surnames derived from place of origin and residence, volume 5 will concentrate on surnames derived from professions (Oh, it's my topic!) and so-called nicknames, and volume 6 will consider forenames used as surnames.



The German Surname Atlas is being produced in a joint project supervised by Professor Dr. Konrad Kunze of the University of Freiburg and Professor Dr. Damaris Nübling of Mainz University. The project has been receiving funding from the German Research Foundation since 2005. It not only provides a new basis for the study of onomastics by creating an inventory of the distribution and status of surnames in the Federal Republic of Germany as of 2005, it also provides an essential academic tool that will benefit other disciplines from social history through studies of settlement and migration patterns to genetics. Despite the numerous displacement and migratory activities of past centuries and the increased mobility of modern times, name landscapes have remained remarkably consistent since their initial historical development.

from here: http://www.uni-mainz.de/presse/15373_ENG_HTML.php

DFA / 2nd volume


Second volume of the German Surname Atlas published

Universities in Freiburg und Mainz map the 2005 status of the range and distribution of surnames in Germany

Info of 07.12.2010

One year after the publication of the first volume of the German Surname Atlas, the second volume has now been made available. In a project funded by the German Research Foundation (DFG), academics at the University of Freiburg and Johannes Gutenberg University Mainz headed by Professor Dr. Konrad Kunze and Professor Dr. Damaris Nübling have recorded the status and distribution of surnames in the Federal Republic of Germany as of the year 2005. This means that an important cultural asset and an irreplaceable treasure trove for numerous research projects has been safeguarded.



Partly due to their extreme spatial diversity, surnames are the single aspect of European languages that is still largely inadequately recorded. In this respect, it is interesting to note that despite the numerous displacement and migratory activities of past centuries and the increased mobility of modern times, name landscapes have remained remarkably consistent over time. The German Surname Atlas is the only reference work of its kind in the world and the data it includes is interesting not only to onomatologists, linguistic historians, and dialectologists, but also to cultural historians, population and genealogy researchers, and the interested general public.

Using the example of some 20,000 names on 769 color maps, the first two volumes of the German Surname Atlas document the variable distribution of vowels (vol. 1) and consonants (vol. 2) in surnames, e.g., the distribution of the variant versions Meier / Meyer / Maier / Mayer or Schmidt / Schmitt / Schmid / Schmied / Schmitz etc., or the spelling variants of ‘f(f)’ vs. ‘ph’ as in the surnames Steffen and Stephan. Among other things, the map commentaries provide additional information on the origin and meaning of names and the distribution of individual variants and historical spellings.


Volumes to follow shortly will provide information on the development of surnames, on the derivation of surnames from place of origin, place of residence, and profession, and on the origin of nicknames and the provenance of surnames from forenames.

from here: http://www.uni-mainz.de/presse/15045_ENG_HTML.php

Sunday, November 25, 2012

DFA / 1st volume

DFA in German means "Deutscher Familiennamenatlas", or "German Surname Atlas" in English. The Project is just perfect and I have a strong intention to participate therein. 



DFG-Projekt "Deutscher Familiennamenatlas (DFA)"



in German please read here: http://www.igl.uni-mainz.de/forschung/namenforschung.html



First volume of the German Surname Atlas now available (from here:http://www.uni-mainz.de/presse/15035_ENG_HTML.php)




The University of Freiburg and Johannes Gutenberg University Mainz publish globally unique reference work





Info of 11.12.2009

Researchers working at the University of Freiburg under the supervision of Professor Dr. Konrad Kunze



and at Johannes Gutenberg University Mainz under Professor Dr. Damaris Nübling 



have now published the first volume of the German Surname Atlas. For this they have used comprehensive and systematic digital telephone line data to investigate the distribution of surnames in Germany. The publication of the German Surname Atlas has made a new and globally unique reference work available to those studying the German language, such as onomatologists, dialectologists, and linguistic historians, but will also be of value to cultural historians, genealogists, and the general public.

In its more than 800 pages, the recently published first volume of the German Surname Atlas deals with the variation of vowels in surnames. For example, the extent to which German surnames such as Meyer, Baier, Seiler, etc. are spelled with 'ei' or 'ey' or 'ai' or 'ay' is shown. Baier and Bayer occur mostly in the south of Germany, and Beier and Beyer are found mainly in the eastern part of the country. While the 363 maps of this volume show the distribution of names and name groups, the notes to maps provide readers with information on various aspects such as the origin and meaning of the names, the distribution of individual variants, and historical spellings.



Surnames are the single aspect of European languages that is still largely inadequately recorded, probably due to their extreme spatial diversity. Despite the numerous displacement and migration activities of past centuries and the increased mobility of modern times, name landscapes have remained remarkably unchanged since their initial historical development. Even the regional origin of common names can often be precisely pin-pointed. Thus, Baur is found almost exclusively in the Swabian dialect region while those with the name Stoiber tend to be congregated in Eastern Bavaria, and the name Petersen occurs mostly in the far north.



The first volume on vowel variants will be followed by volumes focused on consonantal variants, morphology, on the derivation of surnames from place of origin, place of residence, or profession, on the origin of nicknames, and on the provenance of surnames from forenames. The project, funded by the German Research Foundation, started in early 2005 and should be completed by early 2012.