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Thursday, August 17, 2017

Tagung „Namen und Berufe“ Oktober 2017

GfN

Der Programmablauf der Tagung "Namen und Berufe" am 20. und 21. Oktober 2017 steht inzwischen weitgehend fest.
Wir würden uns über ein großes Interesse sehr freuen! Im Rahmen dieser Tagung findet auch die Mitgliederversammlung (mit Vorstandswahlen) der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung/GfN statt. Sie findet statt am Freitag, dem 20. Oktober, 18 Uhr (und nicht wie versehentlich im Rundschreiben gesagt am 21. Oktober)
Hier finden Sie das Programm: 



Wednesday, August 10, 2016

Einladung und "Call for papers" zur Internationalen Tagung "Namen und Berufe"

http://www.onomastikblog.de/artikel/ankuendigungen/namen-und-berufe/





Wie vielleicht keine andere Wort- und/oder Namenkategorie stehen die Berufs-, Tätigkeits-, Amts- und Standesbezeichnungen zwischen Allgemeinwortschatz (Bezeichnung) und Personennamen und ihrem sozialen Umfeld (Eigenname). Sie sind Gegenstand verschiedener Forschungsrichtungen: der (historischen) Wortforschung und Sachkunde und der Namenforschung. Die Wechselbeziehung lässt sich durchaus in der Formel "Wörter und Namen" zusammenfassen, im Falle der Berufe vielleicht mehr noch als allgemein bei delexikalischen Beinamen.



Das Interesse an der Beziehung zwischen Berufen und Namen ist auf namenkundlicher Seite möglicherweise stärker ausgeprägt, da die Fragestellung weit über die lexikalische Funktion hinausgeht; doch gehört zur Namenerklärung die genaue Kenntnis der Wortgeschichte.
Für den Lexikographen ist der Namenbeleg von Bedeutung, weniger die über den appellativischen Wortschatz hinausgehende Funktion der Bezeichnung. Die Tagung möchte beide Forschungsrichtungen ins Gespräch bringen. Ausgangspunkt sind u.v.a. das Projekt "Glossar der altromanischen Berufs- und Standesbezeichnungen (GlossProf)" oder Band 5 des Deutschen Familiennamenatlas

(Vgl. zuletzt Dieter Kremer, "Berufe und Namen", in: Namenkundliche Informationen 103/104 (2014) 413-479, und Konrad Kunze / Damaris Nübling (Hg.): Deutscher Familiennamenatlas, Band 5: Familiennamen nach Beruf und persönlichen Merkmalen, von Fabian Fahlbusch, Simone Peschke, Berlin/Boston 2016 ("Die Familiennamen im vorliegenden Band beruhen daher ausschließlich auf nicht-onymischem Material, auf Substantiven, Adjektiven oder Verben, wie sie in der gesprochenen Sprache des späten Mittelalters in Gebrauch waren. Damit stellt der Band ein neues Quellenwerk für die Sprachgeschichte insbesondere unter arealer Perspektive dar (...)", XXIII).

Die folgende Nennung möglicher Themenbereichen (die natürlich jederzeit erweitert oder präzisiert werden kann) dient einer ersten Annäherung und Struktur der Tagung. Bei Meldung eines Beitrags bitten wir um Angabe der gewünschten Einordnung oder Vorschlag eines weiteren Themenbereiches.

A. Namenüberlieferung (individuelle Nennung vs. Namenlisten)

B. Lexikalische Berufsnennung vs. individualisierender Beiname (einschließlich Übergang zum erblichen "Familiennamen")

C. Groß- und Kleinschreibung "sprechender" Beinamen (Überlieferung und Editionskriterien)

D. Berufsbezeichnungen in Ortsnamen (Kollektivnamen)

E. Die namenkundliche Behandlung von Berufsbezeichnungen in NamenbüchernF. Benennungen nach dem Beruf und Sozialgeschichte

G. Zur historischen und morphologischen Bildung von Berufs- und Tätigkeitsbezeichnungen (deverbale, denominale, syntaktische Bildungen u.a.)

H. Die lexikographische Behandlung von Berufsbezeichnungen und Berufsnamen.

20. und 21. Oktober 2017: Internationale wissenschaftliche Tagung zum Thema "Namen und Berufe" im Leipziger Universitätsarchiv

Bei Interesse bitten wir um Meldung eines Vortragsthemas mit einer knappen Umschreibung bis zum 31. Dezember 2016 an kremer@uni-trier.de.

Die Vortragszeit ist im Prinzip auf 20 Minuten begrenzt, die Druckfassung kann ausführlicher sein. Definitiver Abgabetermin des Druckmanuskripts ist der 30. November 2017. Die Akten werden im Frühjahr 2018 in der Reihe Onomastica Lipsiensia erscheinen. Einzelheiten zur Manuskriptgestaltung folgen zu gegebener Zeit. Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Entsprechende Ankündigungen werden erfolgen, doch bitten wir um Verbreitung dieser Anzeige an eventuelle Interessenten!

Hier finden Sie die Einladung als Pdf zum Download.

Tuesday, June 14, 2016

Wie Thüringer Orte zu ihren Namen kamen

http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Wie-Thueringer-Orte-zu-ihren-Namen-kamen-685852955

Von Lederhose bis Drogen: Welchen Ursprung Ortsnamen in Thüringen haben, erklärt der Leipziger Namensforscher Jürgen Udolph.



Weimar. Dort, wo einst die Mönche wohnten, leben nun die Einwohner von München. Sie sind 89 an der Zahl. Die Rede ist von den Thüringer Münchnern im Ortsteil von Bad Berka (Weimarer Land). Die anderen Münchner aus Bayern (1,38 Millionen) könnten diese wohl in einem großen Mietshaus unterbringen. 


München hier und dort zeigt, wie in unterschiedlichen Regionen die gleichen Ortsnamen entstehen können. Urkundlich ist das Thüringer München 1115 als ad monachos (zu den Mönchen) erwähnt worden und war damit gar 43 Jahre früher dran als der Ort an der Isar. 


Alle Orte haben ganz klein angefangen, sagt der Leipziger Namenkundler Jürgen Udolph, emeritierter Professor für Onomastik, Namensforschung. Einfach sei die Herkunftsbestimmung des Ortsnamens nicht, erklärt er. Schließlich gebe es keine naturwissenschaftlichen Methoden, die eindeutige Erkenntnis bringen. Und so grübeln Namensforscher beispielsweise über Gerstungen bei Eisenach, was das Gerst bedeutet. Gerste ist eine Kulturpflanze und komme für die Wortschöpfung eher nicht in Frage, meint Udolph. Ortsnamen werden öfter von Flurbezeichnungen oder Besitzern abgeleitet. Wo zum Beispiel die Endung -leben auftritt Walschleben, Elxleben oder Herbsleben war nicht etwa viel Leben im Ort. Die Endung kommt aus dem Gotischen leiba, das die Hinterlassenschaft benennt. Davor steht immer ein Vorname. In Walschleben soll sich ein Mönch namens Walo angesiedelt haben, der dem Flurstück seinen Namen gab und das Land weitervererbte.

In Thüringen ist neben der Endung -leben auch -stedt verbreitet, erklärt Udolph. Der Ursprung ist hierbei aber leichter zu erklären: stedt weist auf eine Siedlungsstätte hin. Auch die Endung -feld beschreibt einen größeren Landschaftsraum. Durch Ansiedlungen ist später daraus ein Städtename entstanden. Auch Hausen verstehen wir noch, sagt Udolph. Als Dativ Plural bezeichnet er das Gebiet bei den Häusern. Der noch junge Ortsname ist mehrmals in Thüringen zu finden: im Eichsfeld, im Ilm-Kreis und im Kreis Gotha. Vermutlich brachte die fränkische Besiedlung (5. bis 7. Jahrhundert) den Ortsnamen in das Gebiet. Er findet sich viel häufiger in Bayern und Baden-Württemberg.

Thüringen birgt auch einzigartige Ortsnamen, die der Fantasie freien Lauf lassen. Lederhose beispielsweise. Der bayrische Einfluss auf die im Kreis Greiz gelegene Gemeinde sei allerdings gering. Jürgen Udolph vermutet hinter hose vielmehr die Bezeichnung einer Flur, die die Form des Kleidungsstückes hat. Nachweislich hat der Beinschmuck schon im 14. Jahrhundert zu Namensgebung beigetragen. Sprachwissenschaftler wiederum glauben, den slawischen Namen Ludorad zu erkennen. Lederhose als Ort des Ludorad ist für Udolph keine befriedigende Antwort, da die Endung -hose nicht erklärt wird. 


Auf einen alten Namen blicken die Sömmerdaer zurück. Der Name Sumarithi stammt noch aus Zeiten germanischer Besiedlung. Das Suffix ithi verweist dabei auf das Grundwort sumar, das Sommer bedeutet. Die nahe bei Erfurt Lebenden verdanken ihren Titel also der Südhanglage.

Die Endung -furt ist ein Hinweis auf jene Zeiten, in denen über Flüsse noch keine Brücken führten. Die Untiefen mussten zu Fuß oder mit Fahrzeugen durchquert werden. Die bekannteste Furt in Thüringen ist man ahnt es Erfurt.


Ebenfalls mit Wasser hat die Endung -mar zu tun. Mari oder meri steht für stehendes Gewässer. Sie benannte Orte mit dieser Eigenschaft, später hat sich daraus ein Ortsname entwickelt wie Weimar.

Gerade in Ostthüringen finden sich viele slawisch geprägte Ortsnamen, die später eingedeutscht wurden. Caaschwitz im Kreis Greiz ist 1295 erstmals als Kazswicz oder Kaswitz urkundlich erwähnt worden. Udolph vermutet, dass die Grundform Kaovici einen Vornamen bildete wie Kazimir. Möglich ist aber auch Grütze die Übersetzung vom Slawischen kaa. Gera wiederum sei kein einfacher Fall. Namensforscher grübelten lange, bis ein Pfarrer aus Südhessen eine Deutung brachte: Gera kommt von gären, das das Sprudeln eines Flußabschnittes der Weißen Elster bezeichnet.

Wer in und um Drogen wohnt, kann die Geschichte des regelmäßigen Schilder-Stibitzen durch Witzbolde nicht mehr hören. Dabei ist das kleine Dorf ein liebes, zumindest vom Namen her. Der slawische Ursprung leitet sich aus einem Namen mit dem Stamm drog- ab, was lieb bedeutet.

So eigen mancher Ortsname scheint, ohne eine geografische Einordnung könnte er auch nach Hessen oder Bayern gedeutet werden. Wissenschaftler wie Udolph fahren daher in die Orte und merken: Breitungen an der Werra ist wirklich ein breiter, also langgezogener Ort. 


Der Namensforscher Hans Walther hatte bis zu seinem Tod eine große, allerdings unveröffentlichte Ortsnamen­sammlung zusammenstellt. Heimatvereine und Privatpersonen forschen ebenfalls. Das letzte Wort zu einigen Orten ist also noch nicht gefallen.


Katja Dörn / 11.06.16 / TLZ

Thursday, August 13, 2015

Digitales Lexikon entsteht

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/impuls/familiennamen-digitales-lexikon-entsteht/-/id=1853902/did=15967036/nid=661104/o0f6h8/index.html


7:30 min | 7.8. | 16.05 Uhr | SWR2 Impuls | SWR2
Eine Mainzer Germanistin ist Leiterin für ein Mammutprojekt: die Erarbeitung eines digitales Lexikons, bei dem erstmals alle in Deutschland vorkommenden Familiennamen erfasst werden. Gespräch mit Rita Heuser.
Christoph König, Rita Heuser

Sunday, June 28, 2015

Leipziger Familiennamen romanischer Herkunft

 http://www.americannamesociety.org/workshop-on-surnames-university-of-leipzig-july-1-2015/

http://www.onomastikblog.de/artikel/ankuendigungen/leipziger-familiennamen-romanischer-herkunft/

Workshop on Surnames, University of Leipzig, July 1 2015

On the 1st of July 2015, the University of Leipzig will be holding a workshop on onomastics. The topic of the workshop will be on Leipzig Surnames which originate in a romance language (e.g. Italian, Spanish, French, etc.). The workshop will be held in German. The primary lecturer for this workshop will be Professor Dieter Kremer. Click here for more information on the workshop in German.

Workshop zur Namenforschung an der Uni Leipzig

Der 3. Workshop im laufenden Sommersemester beschäftigt sich mit „romanischen“ Namen in Leipzig. Die Präsenz „fremder“ Namen, ob es sich um den allgemeinen Wortschatz, Familiennamen oder Institutionen handelt, wird oft erst auf den zweiten Blick deutlich. Unter ihnen spielen die Beispiele aus den romanischen Sprachen (insbesondere Französisch, Italienisch und Spanisch) eine nicht uninteressante Rolle. Neben der Frage „was heißt romanisch?“, sowie wenigen grundsätzlichen Dingen zu den romanischen Sprachen und deren Namenbildung stehen die Frage nach der Geschichte der Zuwanderung (z.B. italienische Kaufleute, Hugenotten, Gastarbeiter), die sprachliche Integration dieser Namen und die gemeinsame Diskussion konkreter Einzelbeispiele im Vordergrund.
Foto Prof. Dr. Dieter KremerDas Seminar leitet Prof. Dr. Dieter Kremer, derzeit Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung. Von 1976 bis 2008 war er als Professor für Romanistische Sprachwissenschaft (mit einem Schwerpunkt im Portugiesischen) tätig. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die historische Wortforschung, wozu selbstverständlich auch die insbesondere „delexikalischen“ Eigennamen zählen. Neben den beiden wichtigen Projekten Glossar der altromanischen Berufs- und Standesbezeichnungen (GlossProf) und dem internationalen Dictionnaire historique de l’anthroponymie romane (PatRom)  nehmen die Namen in zahlreichen Publikationen des umfangreichen Werks einen wichtigen Platz ein. Neben der Gründung und Leitung des Portugalzentrums und des Galicien-Zentrums an der Universität Trier gehen zahlreiche Kongresse und Tagungen, darunter u.v.a. der wichtige ICOS-Kongress 1993, auf seine Initiative zurück. Kremer ist u.a. Preisträger der Henning-Kaufmann-Stiftung (1977) und des Prix Chavée de l’Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, Institut de France (2005) und Korrespondierendes Mitglied der Academia Portuguesa da História, der Real Academia Galega und Ehrenmitglied des Sprachwissenschaftlichen Instituts der Rumänischen Akademie und u.a. Mitherausgeber der Namenkundlichen Informationen und der Onomastica Lipsiensia.
Workshop zur Namenforschung1. Juli 2015
Leipziger Familiennamen romanischer HerkunftProf. Dr. Dieter Kremer, Leipzig
Ort: Universität Leipzig, Seminargebäude, Raum S 126
Zeit: Mittwoch, den 1. Juli 2015, 13:00 bis 15:00 Uhr
Kontakt: gfn@uni-leipzig.de

Saturday, February 28, 2015

Namenforschung im SWR

http://www.namenforschung.net/aktuell/namenforschung-im-swr-1/

Die Mainzer Namenforscherin Rita Heuser ist am 03.03.2015 zu Gast in der SWR-Sendung "Kaffee oder Tee"
 
Was bedeutet mein Familienname? Woher kommt er? Und wo in Deutschland ist er am häufigsten verbreitet? Diese und weitere Zuschauerfragen rund um Familiennamen beantwortet Rita Heuser vom Projekt "Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD)" live in der SWR-Sendung "Kaffee oder Tee" am Dienstag, 03.03.2015, zwischen 16 und 18 Uhr.
Grafik mit Namen in Bildmontage

Namenforscher hat Geburtstag

Saturday, February 14, 2015

Helau, Alaaf und Narri-Narro

http://www.namenforschung.net/specials/fastnacht/


Narrenfeste wurden schon immer gerne gefeiert, man kann sie bis in die Antike zurückverfolgen. Alles war erlaubt: Niedriggestellte konnten sich wie Herren verhalten, und die Weltordnung wurde auf den Kopf gestellt (man sprach auch von der "verkehrten Welt"). Besonders im späten Mittelalter entwickelten sich im Zusammenhang mit der vorösterlichen Fastenzeit allmählich viele heute noch bekannte Fastnachtsbräuche (und wurden auch hin und wieder erfolglos verboten): Umzüge und Tänze in Verkleidung, Narrenauftritte, Mummenschanz und Schlemmerei. Unsere Vorfahren wollten noch mal so richtig genießen, bevor sie die Fastenzeiten einhalten mussten. Daher wurden traditionell zu Beginn und am Ende besondere Festlichkeiten vorgesehen. Meist sind diese verbunden mit reichlichem Essen und Trinken. Nicht umsonst heißt der Höhepunkt der Fastnachtszeit in den USA (v.a. in New Orleans) Mardi gras 'fetter Dienstag'. Zum Schmausen eigneten sich vor allem in fett ausgebackene Teigwaren (Kreppel) und ähnliche kalorienreiche Gerichte. Eine besondere Note erhielt die rheinische Fastnacht im 19. Jahrhundert - sie verlagerte sich zunehmend in den Saal (Maskenbälle) und wurde politischer. Heute ist Fas(t)nacht/Fasching/Karneval vielfältig und bunt. Es wird in den unterschiedlichsten Ausprägungen ausgelassen gefeiert.
Allen Närrinnen und Narren wünschen wir eine gutgelaunte Zeit!

Kreppel

Verbreitung des Familiennamens Kreppel
Einen Krapfen aus Hefeteig, der in Öl oder Fett schwimmend gebacken wird, nennt man u.a. in Hessen, Rheinhessen und in der Pfalz Kreppel. Und dort, genauer gesagt im Raum Wiesbaden - Bad Camberg, ballt sich auch der entsprechende Familienname mit deutschlandweit rund 481 TrägerInnen. Die Bezeichnung spielt übrigens auf die ursprünglich gebogene Form des Gebäcks an, denn mittelhochdeutschkrapfe bedeutete 'Kralle, Haken'.



Jeck

Verbreitung des Familiennamens Jeck
Was in anderen Regionen der Narr, ist im Rheinland der Jeck. Diese Bezeichnung für einen aktiven Karnevalsteilnehmer ist aus dem mittelhochdeutschen, mittelniederdeutschen Substantiv geckmit der Bedeutung 'Narr, Tor, Wahnsinniger' entstanden. Eher selten dürfte dem Familiennamen jedoch dieses Wort zugrunde liegen. Vielmehr handelt es sich bei Jeck (378 Telefonanschlüsse, demnach ca. 1060 NamenträgerInnen) um ein Patronym, d.h., der Familienname geht auf den Rufnamen des Vaters des ersten Namenträgers zurück. Jeck stellt dabei eine Kurzform von Jakob dar. Etwas seltener ist die Schreibvariante Jäck mit 274 Telefonanschlüssen (ca. 770 NamenträgerInnen).


Narr

Verbreitung des Familiennamens Narr
Dort, wo sich in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht die Feiernden mit "Narri, Narro" begrüßen, aber auch im Vogtland, ist der Familienname Narrzuhause. Die Narrengesellschaft umfasst rund 1500 NamenträgerInnen. Im Mittelalter hatte der Narr aber noch keine Session; er war ein Ganzjahresjeck. Als Narren wurden damals Menschen bezeichnet, die aus der Menge durch andersartiges Verhalten oder Aussehen hervorstachen. Die ersten Namenträger können ihren Namen auch durch die Rolle des Narren in einem Schauspiel erhalten haben.


Fastnacht und Fasching


Verbreitung der Familiennamen Faßnacht,Fastabend und Fasching
Die närrischen Tage tragen, von der jeweiligen Region abhängig, unterschiedliche Bezeichnungen. Deren ursprüngliche Bedeutung ist noch weitgehend ungeklärt. Im Mittelalter wurden sie aber (z.B. mittelhochdeutschvaschancvaschang bzw. mittelhochdeutsch vastnahtvasnaht) als 'Beginn bzw. Tag vor der Fastenzeit' verstanden. Die Bezeichnungsvielfalt spiegelt sich auch in den Familiennamen und ihrer Verbreitung wider. Der NameFasching kommt im Südostdeutschen vor, während Faßnacht (mit ca. 792 NamenträgerInnen) und Fassnacht (mit ca. 364 NamenträgerInnen) im alemannischen, fränkischen und rheinischen Raum aufreten. Daneben gilt v.a. im niederdeutschen Raum Fastabend(mit ca. 398 NamenträgerInnen). Der Name Fastnacht (ca. 255 NamenträgerInnen) ist hauptsächlich west- und ostmitteldeutsch. Wahrscheinlich wurden Bauern so benannt, weil sie zu diesem Zeitpunkt Abgaben zu leisten hatten (z.B. Fastnachtshühner). In manchen Fällen war vielleicht auch die Feierfreudigkeit und das frohsinnige Gemüt des ersten Namenträgers ausschlaggebend. Karneval ist übrigens erst im 17. Jahrhundert aus dem Italienischen entlehnt worden und kommt daher in deutschen Familiennamen nicht vor. Die heutige Verbreitung der Bezeichnungen für die Zeit vor Aschermittwoch kann man im Atlas der Deutschen Alltagssprache anschauen.

Wednesday, January 21, 2015

Professor Udolph klärt auf: Ihre Thuringer Namen bitte!

http://www.mdr.de/mdr-thueringen/sendungen/vormittag/udolph100.html

Namen sind nicht nur Schall und Rauch, ganz im Gegenteil: Orts- und Familiennamen können viel erzählen. Namenforscher Professor Jürgen Udolph klärt einmal pro Woche in der Servicestunde bei MDR THÜRINGEN - Das Radio über die Herkunft und Bedeutung von Namen auf. Hier finden Sie auch ein Register mit der Übersicht Thüringer Ortsnamen samt interaktiver Karte.
Jürgen Udolph
Sein Metier ist die Sprache, seine Vorliebe für Orts-, Landschafts- und Familiennamen kennen die Hörer von MDR THÜRINGEN - Das Radio längst. Namenforscher Professor Jürgen Udolph ist einmal pro Woche gefragter Gesprächspartner im Studio und am Hörertelefon der Servicestunde. Der Experte begibt sich mit Leidenschaft, Fachkenntnis und einer guten Portion Humor auf sprachliche Spurensuche.

Die Namen am 22.01.2015

Wer hat sich nicht schon mal gefragt, woher bestimmte Familien- oder Ortsnamen stammen? Regelmäßig haben Sie Gelegenheit, Professor Udolph bei der namenkundlichen Detektivarbeit zu erleben. Bei MDR THÜRINGEN beantwortet Deutschlands bekanntester Namenforscher Ihre Fragen rund um Familien- und Ortsnamen. In der Sendung am 22. Januar geht es um ganz besondere: denn an diesem Datum ist Deutsch-Französischer Tag und Jahrestag des Freundschaftsvertrages der beiden Länder. Dabei sind folgende Beispiele:
  • Albry
  • Allmang
  • Cordier
  • Dumong
  • Dupont
  • Lawall
  • Schirra
  • und Tussing
Der Forscher geht außerdem auf die Namen der Schlösser Belvedere und Bellevue in Weimar und Berlin ein. Die Erklärungen hören Sie im Anschluss an die Sendung in den Audios in der unten stehenden Audiogalerie.

Das Thüringer Ortsnamen-Register

Mit und von Namenforscher Prof. Jürgen Udolph
Ob Gabe Gottes, Starkenberg oder Winzerla: In Thüringen gibt es zahlreiche, kuriose Ortsnamen, über deren Herkunft und Bedeutung die meisten Menschen nur rätseln können. Namenforscher Jürgen Udolph klärt sie Stück für Stück auf. Eine Übersicht der Namen und deren Bedeutung finden Sie hier - alphabetisch sortiert. In der rechten Spalte geht's zu einer interaktiven Karte, in der die entsprechenden Orte markiert sind.
Namenkunde mit Prof. Udolph zu Thüringer Ortsnamen

Kontakt zum Namenforscher

Auch Sie wollen mehr über die Bedeutung Ihres Familiennamens wissen? Oder interessiert Sie die Herkunft des Namens Ihres Wohnortes? Dann melden Sie sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 218-1616 beim MDR THÜRINGEN-Hörerservice. Oder Sie nutzen einfach eines der unten stehenden Kontaktformulare, um Ihre Frage loszuwerden.

Das Interview mit dem Experten

Namenforscher Prof. Jürgen Udolph
Prof. Jürgen Udolph
Wir haben bereits mit Prof. Dr. Jürgen Udolph gesprochen. Im Interview hat er uns verraten, welche interessanten Orts- und Familiennamen es gibt und welche Bedeutung in ihnen steckt. Außerdem haben wir erfahren, wie man ihrer Bedeutung auf die Spur kommen kann. So viel sei verraten - es ist eine Wissenschaft für sich. Sind Sie neugierig geworden und möchten wissen, wie Sie die Bedeutung Ihres Namens erfahren können? Dann können Sie hier das komplette Interview nachlesen.

Sendung verpasst? Frühere Servicestunden nachhören!

Der Namenforscher Prof. Udolph klärt auf