Tuesday, March 21, 2017

Onomastik-Blog: Rezension für "Kleinere Schriften" von Friedhelm Debus

http://www.onomastikblog.de/artikel/ni-rezensionen/rez-friedhelm-debus-kleinere-schriften/

Friedhelm Debus, Kleinere Schriften. Zum 85. Geburtstag am 3. Februar 2017 ausgewählt und herausgegeben von Hans-Diether Grohmann und Robert Langhanke. Band 5, Georg Olms Verlag Hildesheim, Zürich/New York 2017. XII/332 S., mit zahlreichen s/w- und 18 Farbabb., Leinen. ISBN: 978-3-487-15530-2, 78,00 EUR.

Rezensiert von Karlheinz Hengst, Chemnitz
Es ist eine gute Tradition vom Georg Olms Verlag fortgesetzt worden. Im Zehnjahresrhythmus ist nach den Jahren 1997 und 2007 mit den Bänden 1 bis 4 der Reihe Kleinere Schriften nun 2017 Band 5 mit über zwanzig Aufsätzen erschienen. Und das ganz pünktlich wirklich zum 85. Geburtstag von Friedhelm Debus.
Auswahl und Druckvorbereitung der umfangreichen sowie tief schürfenden Studien zur Sprachwissenschaft aus der Feder des seit fast 60 Jahren besonders der Onomastik verbundenen Forschers Friedhelm Debus lag wiederum unverändert und bewährt in den Händen von Hans-Diether Grohmann, Germanist an der Europa-Universität Flensburg, diesmal zusammen mit Robert Langhanke vom Germanistischen Seminar der Universität in Flensburg. Beide haben auch das Geleitwort in Verehrung zu dem über viele Jahrzehnte mit der Universität Kiel untrennbar verbundenen germanistischen Ordinarius für Ältere Deutsche Literatur und Deutsche Sprache verfasst.
Dem Band vorangestellt ist diesmal ein koloriertes Foto des Jubilars. Es zeigt ihn in der aus den Begegnungen mit ihm bekannten freundlichen und entspannten Haltung, aufgenommen in seinem privaten Arbeitszimmer vor der Bücherwand mit dem Grimm'schen Wörterbuch. Er lädt gleichsam zur Lektüre oder auch zum Nachschlagen in seinem neuen Band ein.
Den Schwerpunkt des Schriftenbandes bilden die Beiträge zur Onomastik, dem Hauptforschungsgebiet des Verfassers. Erschienen sind sie erstmals in den Jahren 2008 bis 2016. Der Ersterscheinungsort ist jeweils vermerkt. Der Themenkreis ist weit gespannt. Er reicht von "Namenkunde und Kulturgeschichte" oder "Was ist ein Name" über speziellere Themenstellungen wie "Die Entstehung der deutschen Familiennamen aus Beinamen", "Namen in Ost und West" oder "Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven der Familiennamenforschung im deutschen Sprachraum" bis "Zur Klassifikation und Terminologie der Namenarten". Darüber hinaus werden auch Einzelnamen mit ihrer Problematik und Ausstrahlung behandelt, so Matthäus und Matthias, aber auch die biblische Elisabeth und die bekannte Elisabeth von Thüringen wie überhaupt "Heiligenverehrung und Namengebung am Beispiel ausgewählter Namen". Ein ausführlicher, materialreicher und grundsätzlicher Beitrag befasst sich mit den "Hausnamen", dem Forschungsstand, ihrem Alter und Vorkommen sowohl im städtischen als auch dörflichen Bereich. Eine andere Studie widmet sich den "Flurnamen: Entstehung und Gebrauch vornehmlich im deutsch-slawischen Kontaktgebiet". Wichtige methodische Fragen der Onomastik finden Beachtung mit "Namenforschung und Quellenkritik" oder Stichworten wie "Realprobe und Namendeutung".
Dieser 261 Seiten umfassende erste Teil des repräsentativen Bandes in wieder blauem Ganzleineneinband und mit strapazierfähigem Papier empfiehlt sich für die Handbibliothek eines jeden in der Namenforschung Tätigen auch als begleitendes Nachschlagewerk. Leider konnte kein Namen- oder auch nur Sachregister beigegeben werden. Vielleicht ist ein solches bei dem sicher zu erwartenden nächsten Band übergreifend zu allen Bänden machbar. Dadurch ließe sich der schnelle Zugriff und die Nutzung wertvoller Aussagen und Materialien wesentlich erleichtern und erhöhen.
Die in einem kürzeren zweiten Abschnitt unter "Varia" (264-322) aufgenommenen Titel sind für den historisch arbeitenden Namenforscher sowie auch speziell für Germanisten recht informativ und lesenswert. Sie befassen sich mit dem Institut für Deutsche Sprache (Mannheim), seinen Jahrestagungen, aber auch mit dem bekannten sowie verdienstvollen Förderer der deutschen Namenforschung Henning Kaufmann. Den Beschluss bilden Ausführungen zur Schreibkultur im Wandel der Zeiten mit Briefbeispielen sowie "Über Martin Luthers Bedeutung in sprachlicher und literarischer Perspektive", was in diesem Jahr zum Reformationsjubiläum von besonderer Aktualität ist.
Den Band beschließt ein "Anhang" mit dem "Verzeichnis der Schriften von Friedhelm Debus" (325-335) mit Ergänzungen ab 2005 und bis 2016 reichend.An dieser Stelle gebührt dem Autor sowie den beiden Herausgebern Dank für die getroffene Auswahl und geleistete Arbeit mit Neusatz und Korrekturen zum Wohle des stattlichen Buches. Ebenso ist dem Georg Olms Verlag für seine Verbundenheit mit der Sprachgeschichts- und Namenforschung sowie die bewiesene Bereitschaft zu Druck und Herausgabe des vorzüglich gestalteten und dauerhaften fünften Bandes von "Kleinere Schriften" zu danken.
Empfohlene Zitierweise: Karlheinz Hengst: [Rezension zu] Friedhelm Debus, Kleinere Schriften, Hildesheim, Zürich, New York 2017, in: Onomastikblog [15.03.2017], URL: http://www.onomastikblog.de/artikel/ni-rezensionen/rez-friedhelm-debus-kleinere-schriften/
Dieser Blogartikel und das zugehörige PDF-Dokument sind lizenziert unter CC BY 3.0 DE.
Hier finden Sie die Druckversion der Rezension als Pdf.
Die genauen Titeldaten für das rezensierte Werk finden Sie im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.

Monday, March 20, 2017

American Name Society Panel at the Modern Language Association Conference 2018

http://www.americannamesociety.org/call-for-papers-for-the-modern-language-association-mla-conference-new-york-ny-january-4-7-2018-2/

Call for Papers for the Modern Language Association (MLA) Conference, New York, NY, January 4-7, 2018


ANS Panel at the Modern Language Association Conference

January 4-7th, 2018 in New York, NY

The American Name Society is inviting abstract proposals for a panel with the literary theme “Literary Wordplay with Names.” Case studies in world literature have repeatedly demonstrated the effectiveness of wordplays in producing puns or highlighting aspects of a narrative. However, comparatively little scholarly attention has been given to examining the names themselves as a rhetorical tool for literary wordplay. Interested authors are encouraged to submit an abstract examining the use of any type of name (e.g., personal names, place names, trade names, etc.) in literary wordplays for any period or genre of literature. Submissions utilizing interdisciplinary approaches are most welcome.
Proposal submission process:
Abstracts proposals of up to 400 words should be sent as an email attachment (PDF format) to Andreas Gavrielatos (a.gavrielatos AT ed.ac.uk)
Proposals should include “MLA proposal” in the subject line of the email.
3. All submissions must include an abstract title, the full name(s) of the author(s), the author affiliation, and email address in the body of the email and NOT with the abstract.
Proposals must be received by 5pm GMT on 11 March 2017. Authors will be notified about results of the blind review on or by 20 March 2017.
5. Contributors selected for the thematic panel must be members of both MLA and ANS in order to present their papers.
6. For further information, please contact Andreas Gavrielatos (a.gavrielatos AT ed.ac.uk).

More information about ANS and MLA conferences in available on the Conferences page of this website.

Sunday, March 19, 2017

Une « révolution » onomastique : le système gentilice en Italie

http://www.hisoma.mom.fr/liste-evenements/2017-03-23

2e Séance Nommer les hommes dans les mondes anciens

par Gilles van Heems, chercheur HiSoMA « Introduction » et Edoardo Middei, università Roma III Tor Vergata « L’anthroponymie de l’Italie ancienne : systèmes, structures morpho-syntaxiques, contacts »

- jeudi 23 mars 2017 - de 17h à 18h30 - salle Reinach - 4e étage - MOM - entrée par le 86 rue Pasteur - Lyon 7e




affiche (.pdf)


programme 2017

UNGEN 2017: 19th Working Group on Exonyms Meeting

http://www.americannamesociety.org/ungen-2017-19th-working-group-on-exonyms-meeting-prague-czechia-april-6-8-2017/



In September of 2002, the United Nations Group of Experts on Geographical Names (UNGEGN) formed a special “Working Group” (WG) dedicated to the treatment, use, and reduction of exonyms in the context of geographical names standardization. From the 6th to the 8th of April 2017, the UNGEGN-WG will be holding its 19th Meeting in Prague, Czechia. Organized by the Czech Geodetical Office, this meeting will focus on “Romanization Systems”. Detailed information about this meeting can be found here. The meeting will be held in conjunction with a meeting of the UNGEGN Working
Group on Romanization Systems (Convenor: Peeter Päll) and composed of two days
(Thursday, Friday) of paper presentations and discussions and one day (Saturday) with a bus excursion. Thursday (morning and afternoon) and Friday morning will be
devoted to the meeting of our WG on Exonyms, Friday afternoon to the meeting of the WG on Romanization Systems.


Preliminary time schedule 

Thursday, 6th April 2017, 9 a.m. – 17 p.m.: Welcome addresses; a short introduction into the city; WG on Exonyms: Paper presentations and discussion 
Friday, 7th April 2017, 9 a.m. – 12.30 p.m.: WG on Exonyms: Paper presentations and discussion Friday, 7th April 2017, 14.00 p.m. – 17.00 p.m.: WG on Romanization Systems: Discussion 
Saturday, 8th April 2017, 8.00 a.m. – 17.30 p.m.: Common bus excursion to Kutná Hora

Thursday, March 16, 2017

Workshop "Übersetzung von Eigennamen" im Rahmen des Kongresses zu Grundfragen der Translatologie

https://ialt.philol.uni-leipzig.de/forschung/konferenzen/lictra-2017/themenbereiche/#c21513

X. Internationaler Kongress zu Grundfragen der Translatologie.

Translation 4.0 – Translation im digitalen Zeitalter

Leipzig, 12.–16. März 2017
Eine Anmeldung ist ab sofort nur noch persönlich im Tagungsbüro möglich. Bitte halten Sie die Teilnahmegebühr in bar bereit.
Öffnungszeiten des Tagungsbüros:
Sonntag 14:00 bis 17:30 Uhr, Raum H2 0.10 (Beethovenstraße 15)
Montag bis Mittwoch 8:00 bis 17:00 Uhr, Raum S 202 (Universitätsstraße 3)

Image result for X. Internationaler Kongress zu Grundfragen der Translatologie
Seit den Veröffentlichungen verschiedener Mitglieder der Leipziger Übersetzungswissenschaftlichen Schule – etwa von Gert und Sonja Jäger 1968 und 1969 oder von Albrecht Neubert 1973 – ist der Problemkreis der Wiedergabe von Namen in der Übersetzung in der Forschung nur hin und wieder aufgegriffen worden. Eine umfassende, alle relevanten Fakten berücksichtigende interdisziplinäre Forschung fehlt bis heute. Die geplante Arbeitsgruppe zu Namen in der Translation soll dem dringend notwendigen Austausch der mit dieser Problematik konfrontierten WissenschaftlerInnen in Namen- und Übersetzungsforschung ebenso wie der in ihrer praktischen Übersetzungstätigkeit tagtäglich damit konfrontierten Personenkreise befördern.
Eigens für Namenverwendungsfragen wurde 1960 eine Sachverständigengruppe der UNO gegründet, die United Nations Group of Experts on Geographical Names (UNGEGN). Diese ist seither bemüht, der sich rasant entwickelnden internationalen Kommunikation geeignete international standardisierte Namenformen zu bieten und dabei den Gebrauch von Exonymen – also den Fremdbezeichnungen für Orte – einzuschränken. Die geschieht in dem Bewusstsein, dass die damit verbundene Standardisierung auch einen Verlust der historisch gewachsenen Namenformen in verschiedenen Sprachen – etwa deutsch Peking für chinesisch 北京 [pei˨˩tɕiŋ˥] –, die wichtige Sprach- und Geschichtszeugen sind, darstellt. Es stellt sich damit also zugleich die Frage, wie Namen als immaterielles Kulturerbe auch zu bewahren sind. Als Reaktion auf dieses Problem wurde aber – auch auf Betreiben der UNESCO, die ein inzwischen von rund 150 Staaten ratifiziertes Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes iniitierte – 2004 eine Arbeitsgruppe zu Geographical Names as Cultural Heritage gegründet.
Die korrespondierende Einrichtung der UNGEGN für die deutschsprachigen Länder ist der Ständige Ausschuss für geographische Namen (StAGN), in dem sich u. a. GeographInnen, KartographInnen und linguistische Fachleute mit dem Thema auseinandersetzen.
Mit Blick auf die Ortsnamen zeigt sich, dass Namenverwendung (in der einen oder anderen Sprachform) auch ein Konfliktpotential mit sich bringt, welches dem Thema auch eine ideologische bzw. politische Dimension verleiht. Relevant ist dies etwa in all den Regionen, in denen wechselnde Namenformen auch für politische Bestrebungen nach Unabhängigkeit stehen oder wo sie veränderte sprachpolitische Umstände charakterisieren und Ausdruck von stärkerer Autonomie sind. Beispiele hierfür sind die Rückkehr zu galicischen, katalanischen und baskischen Ortsnamenamen seit den 1980er Jahren in Spanien, der veränderte Umgang mit der Ausschilderung in Österreich (kroatische, ungarische bzw. slowenische Namen in der Steiermark und im Burgenland) oder die Änderung offizieller Ortsnamen in Südtirol in verschiedenen Momenten der Geschichte.
Nicht nur bei der Übersetzung von Sachtexten, sondern auch bei Übersetzung von fiktionalen Texten müssen daher ggf. Exonymenlisten bzw. Listen offizieller Namen konsultiert werden. Abgesehen von den Fällen, wo Namen ausgelassen oder Orte eines Landes durch Orte eines anderen Landes ersetzt werden, beispielsweise um bei fiktionaler Literatur bestimmte Assoziationen bei den LeserInnen zu gewährleisten, stellt sich immer wieder die Frage nach der Wahl der angemessenen Form insbesondere mehrsprachiger Ortsnamen.
Berücksichtigt werden müssen auch andere geographische Namen, also zum Beispiel Staatennamen, Ländernamen, Gebietsnamen oder Flussnamen, die aus politischen und ideologischen Gründen oder aufgrund redaktioneller Vorgaben etwa in Reiseführern oder in der Presse bei der Übersetzung von Texten in einer bestimmten Form verwendet werden.
Man könnte annehmen, dass Personennamen in diesem Themenkomplex keine Rolle spielen, da sie als beurkundete Sprachzeichen festgelegt und unveränderlich sind (aus einem Herrn Churchill kann nur im literarischen Text und nur bei so genannter „einpassender Übersetzung“ ein Herr Kirchhügel werden). Tatsächlich ist aber festzustellen, dass es etwa in zweisprachigen Regionen durchaus üblich sein kann, den eigenen Namen je nach der gerade verwendeten Sprache in der einen oder der anderen Sprache zu gebrauchen.
Ist es bei der Übersetzung von Sachtexten in vielen Sprachen wie im Deutschen heute nur noch bei sehr wenigen modernen Namen – etwa Namen von KönigInnen, Päpsten usw. – üblich, Personennamen an die Zielsprache anzupassen, werden als Relikt aus der Vergangenheit in vielen Sprachen noch immer Namen historischer Figuren angepasst (und so wird aus Albrecht Dürer im Spanischen noch immer Alberto Durero oder aus Jules Verne das spanische Julio Vernes, und vor allem bei den Beinamen berühmter Persönlichkeiten sind in vielen Einzelsprachen eigene Varianten zu finden, cf. russ. Iwan Grosny vs. dt. Iwan der Schreckliche). In literarischen Übersetzungen dagegen kommt es immer wieder zu Anpassungen von Namen an die Zielsprache, häufig sogar um wörtliche Übersetzungen von Personennamen.
Es ist im Zusammenhang mit der Frage nach Namen in der Übersetzung noch eine ganze Reihe weiterer Namenarten zu berücksichtigten, die in der internationalen Kommunikation eine Rolle spielen. In erster Linie sind hier die Waren- bzw. Produktnamen zu nennen, die spätestens seit der Veröffentlichung von Platen (1997) – der auf das Potential von Missverständnissen und Fehlern bei der Übersetzung von Warennamen in der rasch wachsenden globalisierten Welt aufmerksam machte – auch in den Fokus der Namenforschung geraten sind. Wie Platen schon damals hervorhob, ist die Verbreitung von Produkten längst nicht mehr an Ländergrenzen gebunden und der Absatz von Markenwaren erfolgt in der Regie multinationaler Holdings nicht selten rund um den Erdball. Das Global Branding – im Sinne der Etablierung von weltweit anerkannten Marken – ist „der kommerzielle Mythos unserer Zeit und in Produzentenaugen zur magischen Formel modernen Marketings“ geworden (Platen 1997: 147). Absatzwirtschaftliche Überlegungen und gezielte Namenstrategien, die von professionellen Firmen geprüft werden, führen auch hier zu Namenübersetzungen, zu Mehrsprachigkeit bzw. zielsprachigen Adaptionen. Diese Prozesse bzw. Verfahren des Produktnamentransfers wurden besonders von Botton/Cegarra (1990) beschrieben.
Mit Blick auf die literarischen Namen, die praktisch das gesamte Spektrum von Namenarten umfasst, soll von einer Zusammenschau der entsprechenden Arbeiten in der Übersetzungswissenschaft und den Ergebnissen der Literarischen Onomastik profitiert werden, die das breite Spektrum literarischer Funktionen und literarischer Namentypen beschreibt. Hier stellt sich insbesondere die Frage, inwiefern die übersetzungswissenschaftlichen und onomastischen Erkenntnisse in der Praxis der Übersetzung von Eigennamen in Literaturübersetzungen Widerhall finden.

Werkstatt I: Namen und Übersetzung 
Workshop I: Names and translation 

Montag Monday – Raum Z Room Z 

9:00 Dieter Kremer / Carsten Sinner: Grußworte Opening remarks 
9:30 Dietlind Kremer: Namen und Übersetzung oder besser: Wiedergabe von Namen in der Übersetzung
10:00 Marina Andrazashvili: Transfer der Eigennamen aus der Perspektive der Sprachuniversalien
11:45 Carmen Cuéllar Lázaro: Die Übersetzung von Eigennamen in multilingualen audiovisuellen Texten
12:15 Alena Ďuricová: Eigennamen in Rechtstexten. Übersetzen oder übertragen?
14:45 Eva Maria Hrdinová Fendrich: Äquivalenzrelationen in der Übersetzung von Märchen
15:15 Brigitte Schultze: Zwischen Lebenswelt und Kreation: Rollen- und Rufnamen in russischen und polnischen Dramen nach 1989 und im übersetzerischen Transfer
16:45 Ingeborg Ohnheiser: Zur Wiedergabe von Toponymen und Ethnonymen in Übersetzungen von Nikolai Gogols Erzählung Taras Bulba
17:15 Debatte Debate 

Dienstag Tuesday – Raum Z Room Z 

9:00 Ana Boullón Agrelo: Übersetzung galicischer Personennamen in Galicien: historische und soziolinguistische Aspekte
9:30 Christian Bahr: Prinzipien der Standardisierung von mehrsprachigen Ortsnamen: Analogismus und Anomalismus
10:00 Irina Ganieva / Alexei Dörre: Wiedergabe von Eigennamen aus Minderheitensprachen der Russischen Föderation im Deutschen
11:45 Christian Bahr: Abschließende Überlegungen zur Übersetzbarkeit und Übersetzung von Eigennamen
12:15 Schlussdebatte und Konklusionen Final debate and conclusions

Call for Papers: American Name Society Conference 2018

http://www.americannamesociety.org/call-for-papers-ans-2018-salt-lake-city-ut-january-4-7-2018-3/

The ANS is inviting abstract submissions for the 2018 annual conference to be held in conjunction with the Linguistic Society of America.  Abstracts in any area of onomastic research are welcome. The deadline for receipt of abstracts is June 30, 2017.  To submit a proposal, simply complete the 2018 Author Information Form.
Please email this completed form to Dr. Dorothy Dodge Robbins using the following address: drobbins@latech.edu. For organizational purposes, please be sure to include the phrase “ANS 2018” in the subject line of your email. Presenters who may need additional time to secure international payments and travel visas to the United States are urged to submit their proposal as soon as possible.
All proposals will be subjected to blind review. Official notification of proposal acceptances will be sent on or before September 30, 2017. All authors whose papers have been accepted must be current members of the ANS and need to register with both the ANS and the Linguistic Society of America. Please feel free to contact Dr. Dorothy Dodge Robbins should you have any questions or concerns.
We look forward to receiving your submission!

Tuesday, March 14, 2017

Les ethnonymes défigés à l'épreuve de la traduction

https://unizd.academia.edu/BarbaraVodanovic

by Barbara Vodanović           and          Evaine Le Calvé Ivičević (Université de Zagreb)

Image result for Barbara Vodanovic                        Image result for Evaine Le Calvé Ivičević




Abstract
In this paper we intend to talk about a very small part in the vast mosaic of possibilities that Raymond Queneau’s novel The Blue Flowers is offering. Following two ideas about the linguistic sign: 1. that the sign is imposed on us by the social code which is language and is therefore fixed and 2. that the sign used consciously to communicate something is an intentional sign, we propose to question Queneau’s way of decomposition of ethnonyms in his novel where the nonsense is intentional and playful realization of an exaggerated sense. We consider the proper name of ethnicity as a phrase within the Meaning-Text theory, that is a lexical unit regrouping complex linguistic expressions that are conceptualized as a whole. And what Queneau did, attributing the Celts "a gallican way" and Romans "a Caesarian way" or the Alans "way Narte" is the decomposition as a result of transonymisation, formal denotative, (Alans) or semantic connotative decomposition (the Romans).

Monday, March 13, 2017

NORNA:s 47:e symposium



http://www.sprakochfolkminnen.se/sprak/namn/internationellt-samarbete/norna-47.html


Bebyggelsenamnens dynamik

Institutet för språk och folkminnenVälkomna att anmäla er till NORNA:s 47:e symposium som äger rum i Lund den 11–12 maj 2017. Symposiets tema, Bebyggelsenamnens dynamik, riktar uppmärksamheten mot olika typer av förändringar i bebyggelsenamnsskicket, från äldsta tid och fram till idag, men också till exempel mot hur bebyggelsenamnen samspelar med andra typer av namn, som naturnamn och ägonamn.
Plats Symposiet är ett samarrangemang mellan Institutet för språk och folkminnen och Nätverket för bebyggelsenamnsforskning och hålls på Arkivcentrum Syd i Lund (http://arkivcentrumsyd.se). Det är här som samlingarna från Dialekt- och ortnamnsarkivet i Lund numera är placerade och finns tillgängliga för allmänheten. Under symposiet kommer det att finnas möjlighet att vara med på en visning av dessa samlingar.
Workshop I symposiet kommer det att ingå en workshop om namn på -lev och -löv som är öppen för alla att anmäla bidrag till. Workshoppen tar sin utgångspunkt i att olika arkeologiska och språkliga undersökningar under senare år har kastat nytt ljus över denna namntyp, både vad gäller etymologi, spridning och kulturhistorisk kontext.
Program
Symposiet kommer att börja omkring klockan tio på torsdagen den 11 maj. På fredag förmiddag kommer workshoppen om namn på -lev och -löv att hållas, och därefter avslutas symposiet med en exkursion som beräknas hålla på fram till halv fem.
Image result for norna onomastics
Boende Alldeles i närheten av Arkivcentrum Syd ligger hotell Scandic Star Lund (www.scandichotels.se/hotell/sverige/lund/scandic-star-lund). Vill man hellre bo centralt i Lund finns det många olika hotell att välja på där.
Konferensavgift Konferensavgiften beräknas bli högst 1000 kr. Den inkluderar lunch och fika båda dagarna, samt en symposiemiddag på torsdagkvällen.
Anmälan Anmälan om deltagande och eventuell föredragstitel skickas till Elin Pihl (elin.pihl@sprakochfolkminnen.se) senast den 31 januari. Ange om ditt föredrag ska ingå i workshoppen eller i den allmänna sektionen.
Frågor? Frågor om symposiet besvaras av Elin Pihl (elin.pihl@sprakochfolkminnen.se). Om ni har frågor om workshoppen kan ni vända er till Jesper Hansen (jesha@odense.dk). Mer information kommer efterhand att publiceras på symposiets webbsida: http://www.sprakochfolkminnen.se/sprak/namn/internationellt-samarbete/norna-47.html
Preliminärt program Vi inleder på torsdagen med registrering och kaffe mellan 9.30 och 10.30. Därefter följer ett pass med föredrag fram till lunch. Under lunchen finns det möjlighet att gå på visning av de skånska namnsamlingarna. Efter lunch och visning blir det ett kortare pass med föredrag och kl. 15.15–17 är alla välkomna på en workshop om namn på -lev och -löv. Kvällen avslutas med en middag på lokal kl. 19.30. På fredagen börjar vi med föredrag kl. 9.15. Efter kaffet håller Peder Dam en plenarföreläsning och efter lunchen, ca 12.30, beger vi oss ut på den skånska landsbygden för en ortnamnsexkursion. Vi beräknar att vara tillbaka i Lund kl. 16.30.
Abstract Från föredragshållarna vill vi ha in titel och abstract senast 1 april.
Boende Alldeles i närheten av Arkivcentrum Syd ligger hotell Scandic Star Lund (www.scandichotels.se/hotell/sverige/lund/scandic-star-lund). Vi har reserverat ett antal rum den 11:e maj för våra deltagare. Om man vill nyttja ett av dessa rum ska man ringa Centralbokningen på nummer (+46) 08-517 517 00 och uppge koden NOR110517. Ett rum kostar då 1090 SEK. Vill man hellre bo centralt i Lund finns det många olika hotell att välja på där. Buss nr 5 går hela vägen från Bantorget (centralt i Lund) till Arkivcentrum Syd (för tidtabell se www.skanetrafiken.se).
Konferensavgift Konferensavgiften blir 750 SEK (€75). Den inkluderar lunch och fika båda dagarna, en symposiemiddag på torsdagskvällen samt exkursion på fredag eftermiddag.
Betalning Konferensavgiften, 750 SEK, betalas senast den 1 april till NORNA:s PG-konto 14 91 08-3 (IBAN: SE04 9500 0099 6034 0149 1083 och BIC: NDEASESS). Om ni får problem med betalningen kan ni ta kontakt med Elin Pihl (elin.pihl@sprakochfolkminnen.se).
Varmt välkomna! Kristina Neumüller
Jesper Hansen
Elin Pihl
Mathias Strandberg
Josefin Devine

Centre d'onomastique avec Sébastien Nadiras

NORNA 47: Nordic Cooperative Committee for Onomastic Research Symposium 2017

http://www.americannamesociety.org/norna-47-nordic-cooperative-committee-for-onomastic-research-symposium-lund-sweden-may-11-12-2017/



The Nordic Cooperative Committee for Onomastic Research or NORNA will be holding its 47th official symposium from the 11th to the 12th of May 2017 in Lund, Sweden. The theme of this symposium will be “Bebyggelsenamnens dynamik”.  More information on this special event can be found at the website.
The symposium is jointly organized by the Institute for Language and Folklore and the Network for settlement names research, kept at the Archive Centre South in Lund. It is here that the collections of dialect and place names in the Lund archive are now located, and are available to the public. During the symposium there will be the opportunity to visit these collections.
The symposium will include a workshop on the names of -lev and -löv, open to
all contributions. The workshop is based on the various archaeological and
linguistic research in recent years, which has shed new light on this name type, both
terms of etymology, dissemination, and cultural context.

Assemblée générale de la Société française d'onomastique



http://www.onomastique.asso.fr/news.php?lng=fr&pg=269&tconfig=0
SFO - Société française d'Onomastique - Toponymie - Anthroponymie

L'Assemblée générale annuelle de la SFO se tiendra le lundi 20 mars 2017 à 14 h aux Archives nationales (CARAN), salle d’Albâtre, 11 rue des Quatre-Fils – 75003 PARIS.
A l'issue de cette réunion, M. Richard Vassakos donnera la conférence suivante : «Une revanche symbolique dans le Royaume du maréchal. La toponymie urbaine sous Vichy.»

ONOMA Call for Papers

http://icosweb.net/drupal/node/82
Home

ONOMA is happy to call for submissions for a non-themed volume, tentatively numbered as 50 and published early next year. While recent volumes have each had a specific theme, this time we will be happy to accept submissions on any aspect on onomastics.
Those interested in submitting a paper are advised to send a one-page abstract by April 30 to onoma@icosweb.net. Accepted authors will be informed by May 31, and the full articles will be expected by September 30.
As usual, articles are accepted in English, French, and German. In preparing the article for submission, please use the ONOMA style sheet.

Sunday, March 12, 2017

Rez.: Namen und Kulturlandschaften

http://www.onomastikblog.de/artikel/ni-rezensionen/rez-namen-und-kulturlandschaften/

Namen und Kulturlandschaften
Aehnlich, Barbara und Meineke, Eckhard (Hg.): Namen und Kulturlandschaften (= Onomastica Lipsiensia. Leipziger Untersuchungen zur Namenforschung 10), Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2015, 402 S. ‒ ISBN 978-3-86583-972-5, 49,00 €.
Rezensiert von Jürgen Udolph, Göttingen/Leipzig
Der Band enthält fast alle Vorträge einer Tagung, die am 1. und 2. Oktober 2014 in Jena in Zusammenarbeit zwischen dem Heimatbund Thüringen, der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung und dem Institut für Sprachwissenschaft der Universität Jena, in dem auch das Thüringische Flurnamenarchiv untergebracht ist, stattgefunden hat. Zwei Aufsätze von Barbara Aehnlich und Karlheinz Hengst wurden zusätzlich aufgenommen.
Zentrales Thema sind Namen, die in einem Zusammenhang mit der Kulturlandschaft, d.h. der vom Menschen veränderten und gestalteten Naturlandschaft, stehen. Naturgemäß standen deshalb die Flurnamen, und insbesondere die thüringischen Flurnamen im Focus. So vielfältig und bunt wie die Welt der Flurnamen ist auch der Strauß der 20 Beiträge des Sammelbandes. Meine folgenden Bemerkungen können dieses nur auszugsweise wiedergeben.
Ein kurzes Vorwort von Barbara Aehnlich und Eckhard Meineke leitet den Band ein (S. 3). In ihm geht es vor allem um die Abgrenzung des Begriffs Kulturlandschaft von der Naturlandschaft. Barbara Aehnlich eröffnet den Band mit dem Beitrag Flachsanbau und ‑verarbeitung im Spiegel thüringischer Flurnamen. Untersuchungen im Rahmen eines Projektseminars (5-28). Da der Flachsanbau in Deutschland fast bedeutungslos geworden ist, sind es gerade die Flurnamen, die an ihn erinnern. Der Beitrag entstand auf der Grundlage eines Proseminars an der Universität Jena, das unter dem Thema stand: Bleiche, Flachsröste, Werg ‒ Namen als Spiegel der Kulturgeschichte. Eine Fülle von Flurnamen zeigt die Spuren des ursprünglichen Flachsbestandes und der Flachsbearbeitung, angefangen von Flachslöcher, An den Rotten, Röste u.ä. über Dörrgrube, Dörrherd, Dörrplatz und Rocken, Kunkel, Dieße (für den gebündelten Flachs) sowie Haspel, Bleiche bis hin zu mundartlichen Varianten wie Bossen, Warg, Zulpen u.a.m. Letztere, die für die Flur-und Ortsnamenkunde von besonderem Wert sind (24-26), beschließen den wichtigen, durch Farbkarten (sie fanden auch Aufnahme in dem Kulturlandschaftsportal Thüringen) anregend ergänzten Beitrag. - Der Flurname Kuhtanz in der Flur Rodameuschel östlich der Saale ist Thema des Beitrags von Barbara Aehnlich und Karlheinz Hengst (29-37). Er findet sich mehr als ein Dutzend Mal in Thüringen und dem südlichen Sachsen-Anhalt. Aufgrund der Konzentration des Namens im ehemals slavischen Siedlungsgebiet entscheiden sich die Autoren gegen vielfältige Versuche, den Namen mit deutsch Kuh + Tanz zu verbinden und ziehen einen Zusammenhang mit slavisch *kutat- ʻverhüllen, verbergenʼ, etwa im Sinn von ʻschwer erreichbare/zugängliche Flurstückeʼvor. Das überzeugt mich allerdings nicht. Wenn man Flurnamenmaterial heranzieht, das H. Popowska-Taborska, Dawne pogranicze je̜zykowe polsko-dolnołużyckie, Wrocław u.a. 1965, S. 61, aus dem sorbisch-polnischen Grenzbereich angeführt hat, wird man zu einer anderen Deutung kommen: zu poln. kąt, nso. kut, kuśìk ʻEcke, Winkel' stellt sie u.a. Flurnamen wie Kute, die Kuten, Kutken, In den Kuten, Die Kuthen. Ferner weist sie hin auf nso. kutany ʻWinkel, Eckenʼ. Dazu muss auch H. Schuster-Šewc, Historisch-etymologisches Wörterbuch der ober- und niedersorbischen Sprache, Bd. 3, Bautzen 1988, S. 740, herangezogen werden, der u.a. auflistet: oso. kut 'Winkel, Ecke', kut ton ʻWinkel oder Ort', kutk ton ʻÖrtlein, Winkelchen'. Ähnliches Flurnamenmaterial bietet auch A. Habovšťiak, Oravské chotárne názvy. Banská Bystrica 1970, S. 60, mit Kúťanka, Kúti, Kuťina, Kuťini.
In dem Beitrag von Angelika Bergien geht um Regionale und kulturelle Bezüge in den Namen von Wirtschaftsunternehmen Namen von Wirtschaftsunternehmen (39-50), wobei Mitteldeutschland (zur Erläuterung und Beschreibung dieser Region S. 43f.) im Zentrum steht. Dabei wurde u.a. die Top-100 Liste der Unternehmen Mitteldeutschlands herangezogen. Regionale Bezüge finden sich vor allem bei kleineren und ortsgebundenen Unternehmen, während größere und weltweit operierende zumeist andere Aspekte berücksichtigen müssen. Entgegen Familiennamen wie Ford, Henkel oder Porsche werden heute Familiennamen weniger oft gewählt (allerdings liegt die Wahl von Namen wie Rossmann oder Fielmann noch nicht allzu lange zurück). Hilfreich bei der Suche nach Beispielen für Lebensmittel mit geschützten geographischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen ist der Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland. Im Fazit heißt es u.a.: "Gemeinschaft, Regionalität und Individualität sind Eigenschaften, die traditionell bei kleineren Unternehmen, zunehmend aber auch bei größeren, strukturbildenden Unternehmen hoch im Kurs stehen" (48). - Auf der Grundlage ihrer umfangreichen Arbeit Ortsnamenbuch des Mittelelbegebietes (= Deutsch-Slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte 38), Berlin 1996, behandelt Inge Bily die Kulturnamen einer Region ‒ untersucht an slawischen Ortsnamen des Mittelelbegebietes (51-62). Bei ihrer Sammlung geht sie von einer Definition T. Witkowskis aus, es sind demnach "Ortsnamen, die auf die kultivierende und zivilisatorische Tätigkeit des Menschen hinweisen". Sie unterteilt die hier einzuordnenden Namen in drei Sachgruppen: 1. Siedlungstätigkeit, z.B. *grod´c, grodišče ʻBurg, Burgstätte', *plot ʻBurg, Burgstätte', 2. Ackerbau, Viehzucht, Fischfang, Handwerk, z.B. *kerm ʻFutter', *žern- ʻMühlstein'; 3. Geistiges Leben, z.B. *cerkva ʻKirche', *pop ʻPfarrer'. - Thomas Büttner behandelt Kulturlandschaftserfassungen in der Rhön. Ansprache und Dokumentation auf Basis der historischen Flurkarten und Grundsteuerkataster des 19. Jahrhunderts (63-77), umreißt die Geschichte der Vorhaben und widmet sich auch der Definition von ʻKulturlandschaft′ bzw. ʻhistorischer Kulturlandschaft′. Diese versteht er, einem Zitat folgend, wie folgt: "Kulturlandschaft ist ... durch und durch Menschenwerk. Was Kulturlandschaft ist, gibt es nie ohne den Menschen. Kulturlandschaft ist immer von Menschensinn und von Menschenhand" (67). Aber "sie ist stehts im Wandel begriffen" (67). Farbige Karten (72f.) verdeutlichen dieses nachhaltig. Weitere Einzelheiten kann man den im Literaturverzeichnis genannten Publikationen aus der Kulturlandschaftsreihe des Biosphärenreservats Rhön entnehmen.
Flurnamen in Nordthüringen stehen im Zentrum des Beitrags von Peter Cott über Mikrotoponyme als Spiegel historischer Kulturlandschaftselemente ‒ Wege und Grenzen im nordthüringischen Keula (79-96). In ihnen "offenbart sich die Vergangenheit einer Landschaft" (79), darunter "offenbaren Kulturnamen Rückschlüsse auf die anthropogenen Einflüsse auf eine Landschaft" (79). Aus der Fülle des Materials hat er Namen für Verkehrswege, Übergänge und Grenzen ausgewählt. Genauer widmet er sich, auch gestützt auf Fotos, den Flurnamen Torweg, Adler (Erinnerung an den Adler als Hoheitszeichen des Königreichs Preußen), Eselstieg (mehrere Deutungsmöglichkeiten), Vor dem Horn (Feld-, Bergvorsprung? Oder Gemarkungsende?) und Diebessteig und Dippenstieg. Er zweifelt an der einfachen Erklärung aus ʻDiebsweg′ und erwägt einen Hinweis auf Schleichwege. Vermisst habe ich einen Hinweis auf den Beitrag von H. Deubler, Diebessteige, Esels- und Räuberwege, in: Jahrbuch Landkreis Saalfeld-Rudolstadt 6, 1997, 188-189. Hinzufügen möchte ich, dass entsprechende Namen auch anderswo ausführlich diskutiert worden sind, so in meinem eigenen Beitrag: Diebesweg und Diebeskammer ‑ Anmerkungen zu der Diskussion um die Herkunft dieser Flurnamen, in: Südniedersachen 33/3 (2005), 85-87. Dort habe u.a. ausgeführt: "Eine gute Erklärung findet sich etwa bei M. Wiswe (Die Flurnamen des Salzgittergebietes, Rinteln 1970, 90), die auf weitere Literatur verweist, so auf R. Andree (Braunschweiger Volkskunde, 2. Aufl., Braunschweig 1901, 91), A. Bach (Deutsche Namenkunde. Die deutschen Ortsnamen, 2/2, Heidelberg 1954, §390) und M. R. Buck (Oberdeutsches Flurnamenbuch, 2. Aufl., Bayreuth 1931, 45). Ich schloss diesen Artikel mit den Sätzen: "Es besteht überhaupt kein Grund, an der Deutung aus niederdeutsch thiof, def "Dieb" + -straße bzw. -weg zu zweifeln. Es handelt sich um alte Schleichwege, die oft dem Schmuggel dienten." Einen schwierigen Namen hat Peter Cott mit dem Flurnamen Deu angesprochen. An diesem Namen bin ich selbst einmal, wie ich auch dem Autor mitgeteilt hatte, verzweifelt. Er erwägt nun eine Verbindung mit Deuchel ʻRöhre, Rinne, Tubusʼ, vor allem deshalb, weil es einen Graben, der in der Nähe des Deu verlief, gab, so dass eine Be- oder Entwässerungsanlage das Benennungsmotiv abgegeben haben könnte. Er folgert weiter: "Altstraßen und mittelalterliche Wege zählen noch immer zu den Forschungsdesiderata" (95). Hier muss auf eine neuere Publikation verwiesen werden, die diesem Komplex intensiv nachgeht: P. Fütterer, Wege und Herrschaft ‒ Untersuchungen zu Raumerschließung und Raumerfassung in Ostsachsen und Thüringen im 10. und 11. Jahrhundert (= Palatium 2), Regensburg 2016.
Achim Fuchs behandelt Flurnamen als Indizien für eine Aegidius-Kapelle (97-104). Anhand von Flurnamen wie Kleines Kirchlein, Kirchhak, Mönchsbrunnen, Mönchshecke Am Kapellentor, Klausberg und vor allem Jilgen-Bronn (1418 genannt), im Jilgenbaum (1872) rekonstruiert der Autor überzeugend die ehemalige Lage einer Aegidius-Kapelle am Nordwestrand von Dreißigacker. - In einem längeren Beitrag mit dem Titel Flurnamen in Oberösterreich ‒ Historische Quellen, Erfahrungen und neue Forschungsperspektiven berichtet Karl Hohensinner, was sich aus dem Projekt "Die Etymologien der Familiennamen auf -inger in Oberösterreich" über Flurnamen gewinnen ließ (105-157). Der Autor ist vor allem durch seine Mitarbeit am Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich (ein Projekt, in dem auch Flurnamensammlungen durchgesehen und berücksichtigt wurden) und seinen Familiennamen-Atlas von Oberösterreich - Namen und Berufe (2011) bekannt geworden. In seinem Beitrag geht es u.a. um die Frage, "inwieweit es wahrscheinlich ist, dass Familiennamen von heutigen Flurnamen abgeleitet sind" (105). Die Bearbeitung ist auch deshalb schwierig, weil ständig neue Materialien, vor allem im Internet, bereitgestellt werden. Das gewaltige Anwachsen der Datensätze wird durch den Hinweis auf eine Webseite Österreichs verdeutlicht, die in einer Mitteilung auf einen Schlag den Zugang zu ca. 300.000 zusätzlichen Datensätzen angekündigt hat. Hohensinner diskutiert weiter Fragen und Komplexe wie Was ist ein Name? (Abgrenzung vom Appellativum) und Diachrone Betrachtung verschiedener Namenarten, beschreibt die Materialbasen wie Altösterreichische Kartenwerke (Franziszeischer Kataster, Urmappe), erläutert die oberösterreichische Flurnamensammlung im Bestand des OÖ. Landesarchivs und bietet Material zu Namen, die Alm, Hussen- (zumeist sind Hussiten gemeint), Franzos-, Zigein- (Zigeuner), Tabor und -schanz- u.a. enthalten. Auf Kulturland weisen Flurnamen mit -garten-, -point- ʻeingehegtes, dem Anbau vorbehaltenes Grundstück′ und -lüs- (zu mhd. luz ʻdurch ein Los zugefallenes Landstück′). Hohensinner schließt seinen Artikel mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit, "dass in den nächsten Jahren die größten Forschungslücken im Bereich der Namenkunde geschlossen werden und die Publikationen allgemein gut zugänglich sind" (155). Das aber ‒ und daran ist kein Zweifel ‒ wird lange dauern. - Rosa und Volker Kohlheim behandeln unter dem Titel Der gegenwärtige Reflex der höfischen Epoche in der Onymik der Kulturlandschaft "Bayreuth und Bayreuther Land" (159-170) in erster Linie Namen, die an die sogenannte "Markgrafenzeit" (ab 1661) erinnern. Darunter sind zahlreiche französische Namen wie Eremitage, Monplaisir, Fantaisie, Sanspareil u.a. Die Autoren weisen auch auf Namen hin, die ohne nähere Prüfung leicht falsch interpretiert werden könnten. Ein Musterbeispiel sind der inzwischen trockengelegte Brandenburger Weiher und der Brandenburger See. Zugrunde liegt ein Brandberger Weiher, das Land Brandenburg bleibt fern (164).
Der Kohleabbau als Einflussfaktor auf den Flurnamenschatz einzelner Orte im Burgenlandkreis ist Thema des Beitrags von Anne Löbel (171-177). Basis der Untersuchung sind vor allem Separationskarten aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts, also aus einer Zeit, als die Landschaft durch den industriellen Eingriff noch nicht verändert worden war. Das führte natürlich auch zum Verlust von zahlreichen Flurnamen. - Das immer wieder spannende Thema Flurnamen und Rechtsgeschichte hatte Evelyn Lorenz in ihrer Bachelorarbeit am Institut für Germanistische Sprachwissenschaft behandelt und präsentiert daraus die wichtigsten Punkte (179-191). In erster Linie geht es dabei um historische Richtstätten, die in Flurnamen ihren Niederschlag gefunden haben, wobei es in erster Linie um Jena und dessen Umgebung geht. Sichere Hinweise auf deren Existenz sind Galgenberg und Galgenhölzchen, weniger sicher Am Kreuzstein, Am Kreuz, Über dem Kreuz, Steinkreuz, Frongasse oder Am toten Mann. Bedenken habe ich, einen Flurnamen Am Heiligenberg mit einer Kultstätte in Verbindung zu bringen (184f.). Meistens handelt es sich dabei um einen Hinweis auf Kirchenbesitz. Im Literaturverzeichnis habe ich das Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte vermisst. -
Was versteht man unter einer Kulturlandschaft? Um diese Frage geht es Ilke Marschall in ihrem Beitrag Kulturlandschaftsanalyse in Forschung, Praxis und im Studium der Landschaftsplanung (193-202), wobei Ausführungen im Bundesnaturschutzgesetz eine wichtige Rolle spielen. Kurz gefasst kann man wohl mit H. Wöbse sagen: "Eine historische Kulturlandschaft ist eine von Menschen vergangener Zeiten geprägte Landschaft" (194). Die Bemühungen um Bestimmung und Erhaltung von Kulturlandschaften haben in den letzten Jahren zugenommen. Ein sichtbares Zeichen dafür sind Kulturlandschaftsprojekte, die in das Studium der Landschaftsarchitektur an der Fachhochschule Erfurt (197ff.) eingebettet worden sind. - Den umfangreichsten Beitrag zu dem Sammelband hat Birigt Meineke beigesteuert. Unter dem Titel Zwischen Denkerwiesen, Schlaförtchen und Großen Gemeinheiten hat sich die Autorin, die im Rahmen des Göttinger Akademieprojektes Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe - Onomastik im europäischen Raum schon die Ortsnamen des Kreises Lippe umfassend bearbeitet hat (2010), den Flurnamen der Gemeinde Schlangen, Kr. Lippe zugewandt (203-258). Aus der Fülle des Materials kann ich hier nur einige wenige Aspekte ansprechen. Zunächst ist darauf zu verweisen, dass der Beitrag inzwischen von der Autorin zu einer auch von der äußerlichen Gestaltung her sehr ansprechenden Monographie ausgeweitet worden ist (Birgit Meineke, Flurnamen der Gemeinde Schlangen. Mit Fotografien von Annette Fischer, hrsg. von Heinz Wiemann, Bielefeld 2015, 288 S.). Unterteilt in Abschnitte wie Wege, Rodung und Holzwirtschaft, Flächenbezeichnungen für Acker- und Gartenland, Kulturpflanzen, Grasland, Einfriedungen und Grenzen u.a.m. Zu Namen, die mit der Jagd in Verbindung gebracht werden können (239) vgl. J. Udolph, Hunting in continental place and field names, in: Hunting in northern Europe until 1500 AD. Old traditions and regional developments, continental sources and continental influences, Neumünster 2013, 543-549. Die auch durch die illustrierenden Fotografien sehr lesenswerte Abhandlung überzeugt durch die Fülle des Materials und die fundierten Deutungen.
Auf die wichtige und schon lange erkannte Tatsache, dass historische Karten für die Flurnamenforschung von erheblichem Gewinn sein können, weist Hans-Heinrich Meyer hin: Historische topographische Karten als Hilfsmittel der Kulturlandschafts- und Flurnamenforschung (259-286; inzwischen auch im Internet: www.kulturlandschaft.fh-erfurt.de/fileadmin/img/nachrichten/Aufsatz_Hist_Karten_2015.pdf). Seine Ausführungen basieren wohl im Wesentlichen auf seiner Monographie über Historische topographische Karten in Thüringen. Dokumente der Kulturlandschaftsentwicklung, Erfurt 2007. Der Beitrag enthält eine wertvolle Auflistung von historischen Karten samt ‒ soweit vorhanden ‒ ihrer Verfügbarkeit im Internet, eine wichtige Hilfe auch für Ortsnamenforscher, der sich mit thüringischen Ortsnamen beschäftigt. Natürlich weist er auf die Problematik hin, die mit dem Eintrag von Flurnamen auf Karten verbunden sind, so etwa auf den "Ausbildungsstand und Zuverlässigkeit des vermessenden und kartierenden Personals" (261). Bei der Auflistung weiterer Punkte habe ich allerdings einen wichtigen Aspekt vermisst (oder übersehen), der vielleicht für Thüringen keine so große Rolle spielt, aber entscheidend für die Regionen nördlich dieses Landes ist: die Namen entstammen ja oft nicht dem Hochdeutschen, sondern dem Niederdeutschen. Dessen waren aber die Landvermesser und Kartographischen nicht mächtig, weshalb etwa Namen aus der Kurhannoverschen Landesaufnahme des 18. Jahrhunderts nur mit Vorsicht verwertet werden können. - Den Straßennamen in Bayern ist der längere Beitrag von Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein mit dem Titel Altensteig und Zwerchstras. Hodonyme als bayerische Ortsnamen (287-323) gewidmet. Es geht dabei im Wesentlichen um Komposita mit Straß(e), Weg (dazu auch Quick < gewicke ʻZusammentreffen zweier Wege, Wegscheideʼ), Steig und Specke ʻKnüppelbrückeʼ. Es schließt sich ein Abschnitt über "Benennungsmotive" an (291-298), gefolgt von einer Auflistung der 112 Ortsnamen, die als ursprüngliche Hodonyme bezeichnet werden können. Bei diesen werden die wichtigsten historischen Belege geboten, durch die die vorgeschlagenen Bedeutungen bis auf wenige strittige Fälle bestätigt werden. - Sebastian Specht, Heinz Peter Brogiato und Haik Thomas Porada berichten über die Angewandte geographische Namenkunde am Leibniz-Institut fur Landerkunde ‒ von der namenkundlichen Beratung bis zum Kleinen Atlas der Siedlungsnamen in Deutschland (325-335). Das Institut "ist das einzige außeruniversitäre Forschungsinstitut für Geographie im deutschsprachigen Raum" (325). Auf die Arbeit an diesem Institut geht der Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland zurück, der in mehreren Bänden bis 2006/2007 erschienen ist. Ferner wirkt das Institut im Ständigen Ausschuss für geographische Namen mit, dessen Ziel die Standardisierung geographischer Namen im deutschsprachigen Raum bzw. in den europäischen Mitgliedsländern ist. Dabei geht es auch um die Ortsnamenveränderungen, die Gebietsreformen u.ä. mit sich bringen. Von weiteren Publikationen des Institutes ist mir vor allem die Reihe Werte der deutschen Heimat, seit 1971: Werte unserer Heimat, bekannt, an der ja auch Namenforscher mitwirken (Kartierung der erschienenen und in Arbeit befindlichen Bände: 329). Die Reihe wird fortgesetzt. Als neues Projekt hat das Institut einen Kleinen Atlas der Siedlungsnamen ins Netz gestellt (http://deutschlandkarten.nationalatlas.de), in dem auf der Basis von ca. 60.000 Siedlungsnamen Verbreitungskarten generiert werden können, die z.B. Endungen (-itz, -leben usw.) zeigen. Allerdings hatte ich (Zugriff 1.3.2017) Probleme mit der Öffnung. Zum einen warnt mein Antiviren-Programm vor einer Öffnung, zum andern lässt sich ‒ wenn man die Warnung ignoriert ‒ der Atlas nicht öffnen. Vielleicht liegt das aber an meinem Gerät.
Die rührige Thüringer Flurnamenforschung steht im Zentrum des Beitrages von Barbara Umann, Das Projekt "Flurnamen und Regionalgeschichte". Ehrenamtliches Engagement bei der Sammlung und Dokumentation der thüringischen Flurnamen (337-347). Projektträger des Unternehmens, dass sich zum Ziel gesetzt hat, sämtliche Flurnamen Thüringens zu sammeln, ist der Heimatbund Thüringen e.V. Unterstützt durch das Land und andere Geldgeber sowie in enger Zusammenarbeit mit der Universität Jena, hier vor allem mit der Arbeitsstelle Thüringische Dialektforschung (wo auch das alte Flurnamenarchiv untergebracht ist) und dem Instituts für Germanistische Sprachwissenschaft werden Regionaltagungen abgehalten und das Kontaktmagazin "Flurnamen-Report" herausgegeben. "Seit 2004 wird das Projekt "Flurnamen und Regionalgeschichte" fachlich betreut von Mitarbeitern des Fachgebietes Geschichte der deutschen Sprache am Institut für Germanistische Sprachwissenschaft der Universität Jena unter Leitung von Eckhard Meineke, ein für andere Bundesländer durchaus vorbildliches Unternehmen. - Den Bergbaunamen im südlichen Kyffhäusergebiet wendet sich Elisabeth Witzenhausen zu (349-360). Abgebaut wurden vor allem Kalisalze, Braunkohle und Kupferschiefer. Allerdings hat der Bergbau nicht allzu viele Spuren in der Namenlandschaft hinterlassen; die weitaus meisten Grubennamen gehen auf Flurnamen zurück, so dass kein spezieller Bezug erkennbar ist. Die Autorin vermutet diesen aber in den Namen Am Spatensberge (zu mhd. spât ʻblätterig brechendes Gestein′) und vielleicht auch in Schmelzerhölzchen. Grubennamen sind leichter zu erkennen: Concordia, Aurora, Treue I-VI u.ä. - Der Beitrag von Bertold Wöss ist noch einmal Österreich gewidmet: er behandelt "Müllernamen" und "Mühlennamen" in Oberösterreich (361-373). Der Artikel basiert auf einem Dissertationsprojekt zu Mühlen in Oberösterreich und davon abgeleiteten Familiennamen. Da Müller ein sehr häufiger Familienname ist, ist schon früh ein Zusatz erforderlich geworden, um die gemeinte Person auch einwandfrei zu identifizieren. Also erscheinen schon früh Zusammensetzungen wie Neumüller, Obermüller, Stegmüller, Schwarzmüller usw. Ihnen liegen u.a. zugrunde: die absolute Lage der Mühle, die relative Lage (Hinter-, Mitte-, Ober-), das Alter der Mühle, äußere Merkmale, die Funktionsweise u.a. Natürlich finden sich auch Zusammensetzungen mit Personennamen. - Den Sammelband beschließt ein Beitrag von Christian Zschieschang, Zur Rolle von Flurnamen in der Kulturlandschaft und der Kulturlandschaftsförderung (375-397). Er basiert vor allem auf der Mitarbeit des Autors am Arbeitskreis "Kulturlandschaft" beim Landesheimatbund Sachsen-Anhalt. Ausführlich wird die Problematik beschrieben, die mit dem Sammeln und Interpretieren von Flurnamen verbunden ist. Mit Recht wird auf die führende Rolle verwiesen, die die thüringische Forschung in diesem Bereich einnimmt. Das Ziel des Arbeitskreises wird wie folgt beschrieben: in Sachsen-Anhalt soll ‒ vor allem nach dem Vorbild von Thüringen ‒ ein "Zusammentragen und Homogenisierung der bisher erschlossenen Datenbestände" angestrebt werden "und auf dieser Basis eine Arbeit mit bürgerschaftlich in Sachen Flurnamen Engagierten" durchgeführt werden. Ch. Zschieschang folgert mit Recht: "Ein leichter und rasch zu beschreitender Weg wird das nicht ..." (394). Der Band enthält interessante Beiträge, wichtige Informationen zur Flurnamenforschung und zeigt, dass die langjährige Arbeit der Thüringer Heimatforschung Früchte trägt. Ich habe die Studien sehr aufmerksam gelesen und einiges gelernt. Ich bin sicher, dass dies auch anderen Lesern so gehen wird.
Empfohlene Zitierweise
Jürgen Udolph: [Rezension zu] Barbara Aehnlich und Eckhard Meineke (Hg.): Namen und Kulturlandschaften, Leipzig 2015, in: Onomastikblog [###2017], URL: http://www.onomastikblog.de/artikel/ni-rezensionen/rez-namen-und-kulturlandschaften-onomastica-lipsiensia-leipziger-untersuchungen-zur-namenforsc/
Druckversion dieses Artikels als PDF
Dieser Blogartikel und das zugehörige PDF-Dokument sind lizenziert unter CC BY 3.0 DE. Die Titeldaten für das rezensierte Werk finden Sie im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.

Желєзняк М.І. Ономастика України першого тисячоліття нашої ери



http://www.twirpx.com/file/2180726/

Київ: Наукова думка, 1992. – 274с.

Желєзняк М.І. Ономастика України першого тисячоліття нашої ериМонографія присвячена дослідженню власних назв, які виникли і функціонували на території сучасної України у І тис. н.е. На основі етимологічного аналізу визначається стратиграфія онімів регіону, вивчається характер і природа дослов'янських і архаїчних слов'янських елементів у власних назвах України, що дозволяє виявити особливості етнолінгвістичних явищ. Наводяться історичні та археологічні свідоцтва про народи, які заселяли територію сучасної України, встановлюється зв'язки між даними археології та ономастики (особливо етноніміки) для уточнення міграційних процесів. Монографія продовжує серію комплексних праць з вивчення мови, історії та духовної культури населення України. Для наукових працівників - лінгвістів, істориків, археологів, етнографів та усіх, хто цікавиться ономастикою, історією та культурою України.

Friday, March 10, 2017

Vortrag von Prof. Jürgen Udolph: Martinus Luder – Eleutherius – Martin Luther

http://www.halle365.de/veranstaltung/prof-j-rgen-udolph-martinus-luder-eleutherius-martin-luther-vortrag-der

Warum änderte Martin Luther seinen Namen? Martin Luther hieß nicht immer Martin Luther. Sein halbes Leben lang trug er, seit seiner Geburt, den Namen Martin Luder. Zwischenzeitlich nannte er sich auch noch Eleutherius. Warum änderte er seinen Namen? Was steckt hinter diesen Wechseln? Von Bedeutung dafür ist, dass Luther auch Niederdeutsch sprach und es für Publikationen nutzte.

Der Vortrag führt den Leser hinein in die Sprachwelt Mansfelds und Wittenbergs, wo man sowohl Hochdeutsch wie auch Niederdeutsch sprach. Luther lebte in Wittenberg, als er seinen Namen änderte. Prof. Jürgen Udolph, Leiter des Zentrums für Namenforschung und ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Onomastik an der Universität Leipzig, ist durch seine zahlreichen Publikationen zu Flur-, Gewässer- und Ortsnamen sowie durch die Sendungen zur Herkunft von Familiennamen in Rundfunk und Fernsehen bekannt geworden. Seine Schrift „Martinus Luder – Eleutherius – Martin Luther. Warum änderte Martin Luther seinen Namen?“ ist 2016 im Universitätsverlag WINTER Heidelberg erschienen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. Zweig Halle statt. Testen Sie Ihr Wissen zu Martin Luther: Die Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. stellt Fragen zum Reformator und verlost attraktive Buchpreise. Den Link zum Quiz und weitere Veranstaltung der GfdS finden Sie unter "weitere Infos".
Preis: 
Eintritt frei.
Rubrik(en): 
Lesungen und Vorträge
Termin(e): 
Mittwoch, 05.04.2017 - 19:30