Sunday, April 1, 2018

Rez.: Onomastica Canadiana 95/1–2

GfN

Gunter Schaarschmidt: [Rezension zu] Onomastica Canadiana 95/1–2 (2016), in: Onomastikblog [30.03.2018], URL: www.onomastikblog.de/artikel/ni-rezensionen/rez-onomastica-canadiana-95-1-2/

Onomastica Canadiana, Band 95, No. 1 & 2 (Journal of the Canadian Society for the Study of Names/Revue de la Société canadienne d'onomastique). Redaktion: Donna L. Lillian (Appalachian Sate University, Boone, NC, USA) and Carol J. Léonard (University of Alberta, Canada). Edmonton, Alberta: Campus Saint-Jean, University of Alberta, 2016, 126 S. – ISSN 0078-4656.
Rezensiert von Gunter Schaarschmidt, University of Victoria/BC, Canada
Nach dem wohl kürzesten Band in der Geschichte dieser Zeitschrift (Bd. 94) ist der vorliegende Band nicht nur im Umfang, sondern auch im thematischen Inhalt sehr vielseitig mit Themen, die sich geographisch vom Cape Breton, Australien, Französisch-Canada (Québec und Acadia), dem Baskenland (Euskadi), Ontario und, in den zwei Buchbesprechungen, Norwegen and Mexico erstrecken.
Der erste Beitrag in dem rezensierten Band (Seite 1–21) trägt den Titel “Smelt and Mary Scotland: Nicknaming in Frank Macdonald’s A Forest for Calum” und behandelt das Stilmittel der Spitznamen (nicknames) im Roman des wohl bekanntesten Schriftstellers von Cape Breton, Frank Macdonald (2005, Sydney, NS: Cape Breton University Press).
Wie der Autor dieser Arbeit, William Davey (Cape Breton University), erläutert, wurde die Spitznamentradition, die ja in vielen Kulturen und Ländern bekannt ist, wegen früherer Siedlungsmuster besonders prominent, „als eine große Anzahl von schottischen Einwanderern mit ähnlichen Clan- und Vornamen von den schottischen Highlands und Western Islands in der ersten Hälfte des 19. Jhdts. auf Cape Breton Island ankamen.“ Wenn man bedenkt, dass in den späten 1820er und frühen 1830er Jahren eine größere Anzahl von schottischen Highländern nach Cape Breton einwanderten als anderswohin in Nordamerika, kann man sich vorstellen, dass der Effekt auf die Insel dramatisch war: die Bevölkerung wuchs von weniger als 3.000 im Jahre 1801 auf fast 55.000 im Jahre 1851 mit einer gleichzeitig starken Veränderung in der ethnischen Zusammensetzung. (Anm. 1) Obwohl sich die Bevölkerung von Cape Breton im frühen 20 Jh. diversifizierte, sind die mit Mac beginnenden Namen immer noch die größte individuelle Gruppe in den Telefonbüchern vieler Städte auf Cape Breton.
Frank Macdonalds Roman von 2005 zeigt mehrere Typen von Spitznamen, ihre soziale Funktion, sowie die Praxis der Namengebung auf Cape Breton Island in den verschiedenen Generationen. In einer Tabelle klassifiziert Davey die Spitznamen in sieben Kategorien:
  • nach dem Beruf, z. B. John the StationLick ‘n StickBilly the BlacksmithDoc Aucoin und Johnny Rosin;
  • physischen Merkmalen, z. B. TaurusRunt MacKenzieDonald the Dummy;
  • persönlichen Merkmalen, z. B. Annie RosaryMother Saint Cross John(Archie) Ack-Ack;
  • nach Sprachmerkmalen, z. B. Johnny Sandy SomethingFarter;
  • Familienzugehörigkeit, z. B. Mary ScotlandMary French;
  • anderen Faktoren, z. B. Smelt (irgendein Vorkommnis), Tony the Turk (ethnische Zugehörigkeit), Duncs (eine Variante von “Duncan”) und
  • nach nichtspezifischen Kriterien, z. B. Jimmy the FlyerDoc MacRaeSandy Sight.
Der Autor des Romans, Frank Macdonald, benutzt einen erfundenen Namen (Shean) für den historisch richtigen Namen Inverness < Gälisch inbhir ‘Mündung’, während der erfundene Name Shean von Gälisch sitheanabgeleitet ist, was soviel bedeutet wie ‘Koboldanhöhe’. Wegen der Wiederholung vieler Ruf- und Familiennamen auf Cape Breton ist die Funktion der Spitznamen das Identifikationsmittel für die Einwohner. Wie es ein Bergarbeiter ausdrückt: „Ein Spitzname versteht sich von selbst; es ist das einzige Mittel, John MacDonald von John MacDonald zu unterscheiden.“ Ein anderer Wert von Spitznamen ist die Möglichkeit, sie durch Lautmerkmale wie Alliteration und Reime leichter im Kopf behalten zu können. Dazu kommt noch, dass Spitznamen häufig die Kraft haben, Leute solidarisch zusammenzuhalten und ihnen daher eine gewisse Macht in der Gemeinschaft zu verleihen. Spitznamen können von anderen Mitgliedern in der Gemeinschaft vergeben werden und sind oft mit pejorativen Merkmalen verbunden, was dann große Schwierigkeiten bereitet, von ihnen loszukommen. Die zahlreichen Fußnoten und Literaturangaben in Davey’s Artikel sind Zeichen eines reichen Arbeitsgebiets mit onomastischer, sprachwissenschaftlicher, soziologischer und literaturwissenschaftlicher Orientierung.
Die zweite Arbeit befasst sich mit den kulturellen Aspekten der Toponymik von Norfolk Island, einem externen Archipel von Australien im Südpazifik mit etwa zweitausend Einwohnern. Der Autor, Joseph Nash von der University of New England, meint, dass das Verstehen der Esoterik und des Insidercharakters eine notwendige Voraussetzung für die Beschreibung der Namen innerhalb dieser insularen Gesellschaft ist, einer Gemeinschaft, die einen integralen kulturellen und politischen Bestandteil von Australien darstellt. Bevölkerungsmäßig besteht die Hälfte der Einwohner aus Abkömmlingen der Sträflinge, die von Pitcairn Island nach Norfolk Island in zwei Schüben in den Jahren 1788–1814 umgesiedelt wurden, bis dann die gesamte Bevölkerung der Insel im Jahre 1856 nach Norfolk Island umsiedeln musste. Als Schulsprache wurde auf Norfolk die melanesische Sprache Mota benutzt. Schon durch diese Mehrsprachigkeit ergibt sich eine Mischung von englischen Gedenknamen und indigenen Namen. Zum Beispiel ist der indigene Name für Norfolk Island Novo Kailana. Weitere melanesische Namen sind z. B. Alalang (‘Unter den Kiefern’), The Kerapai (‘Der große Baum’), Geare Pere (‘Ort der großen/vernarbten Felsen’) und Valis we Poa (‘Großes Gras’).
Nachdem Norfolk Island im zweiten Weltkrieg eine Start- und Landebahn erhalten hatte, entwickelte sich eine Tourismusindustrie, die einen starken Einfluss sowohl auf die englischen als auch die Norfolknamen ausübte. Der Autor der Arbeit sammelte alle Namen, die er in seinem Artikel diskutiert, während drei Feldforschungsreisen von je zwei Wochen in den Jahren 2008 und 2009. Die Namen wurden während 12 informeller Befragungen von 15 älteren Mitgliedern der Gemeinschaft von Norfolk Island aufgezeichnet. Einige inoffizielle Namen bezeichnen Norfolk Island allgemein, z. B. The Rock und God’s Country, während andere Namen auf tahitischen Ursprung hinweisen, wie z. B., Fata Fata, ein Name, der sich auf ein Sumpfgebiet bezieht. Lizzie’s bezeichnet einen Ausguck und ist abgekürzt für Queen Elizabeth Lookout. Nash gibt eine Anzahl weiterer solcher Namentypen begleitet von Fotos und detaillierten Karten. Sein Beitrag schließt mit Anmerkungen und zwei Seiten von Literaturangaben.
Der nächste Beitrag mit dem Titel “La françisation des patronymes d’origine étrangère au Québec et en Acadie”von dem französischsprachigen Kanadier Marc Picard (Concordia University, Montréal), gibt ein komplettes Verzeichnis von Patronymen, die nicht französischsprachigen Ursprungs sind, aber dem französischsprachigen Usus in der Provinz Québec angepasst wurden. Die Liste enthält fast zehn Seiten deutsche Namen, zwei indigene Namen, englische Namen, je einen katalanischen und schottischen Namen, vier spanische und drei ungarische Namen, je zwei längere Listen von irischen and italienischen Namen, je zwei niederländische und polnische Namen, sowie drei portugiesische Namen. Der letzte ausländische Name, Delaney, ist von unsicherem Ursprung.
Die vorletzte Arbeit stammt aus der Feder von William Sayers von der Cornell University mit dem Titel “Etymologies of Canuck”. Der Autor will am Beispiel des ethnischen Namens Canuck darstellen, wie zwei mögliche Interaktionen zwischen indigenen amerikanischen Sprachen, Baskisch, Französisch und Englisch alternative Etymologien dieses Namens zulassen, wobei diese alternativen Erklärungen strenge wissenschaftliche Kriterien erfüllen. Die allgemeine Theorie der Etymologie des Namens Canuck ist 1), dass der Name zuerst schriftlich im Jahre 1835 belegt ist; 2), dass der Name keine autostereotype Bezeichnung der Gemeinschaft darstellt, sondern eine heterostereotype Bezeichnung seitens deren Nachbarn, d. h. in der Hauptsache englischsprachiger Amerikaner gegenüber französischsprachigen Kanadiern; und 3), dass der Name eine etwas abfällige Wirkung gegenüber der Sprache sowie dem sozioökonomisch-außenstehenden Status zeigt. Die meisten, sonst sehr respektierten Nachschlagewerke verhalten sich sehr vorsichtig und neutral mit Vermerken wie „scheinbar die erste Silbe von Canada“ (Oxford English Dictionary) oder „scheinbar von Canada“ (Canadian Oxford Dictionary). Das American Heritage Dictionary bietet „wahrscheinlich eine Variante von Canadian“ an, ohne auf die phonologischen Veränderungen einzugehen und öffnet damit den Volksetymologen Tür und Tor. Nach der Zusammenfassung einiger solcher Volksetymologien sowie hypothetischer Rekonstruktionen entscheidet sich Sayers für zwei traditionelle Erklärungen. Er fällt erstens zurück auf eine frühere Erklärung für Canuck, die in diesem Namen eine Ableitung von irokesisch kanuchsa‘Haus’ sieht, also einer phonetischen Form, die in der modernen Mohawk Schreibweise dem Wort kanónhsaentspricht. Zweitens sieht er im -uck von Canuck das baskische Suffix -ok. Die letztere Hypothese stimmt jedoch nur, wenn weiterhin angenommen wird (gewissermaßen als Behelfshypothese), dass der leicht abschätzige Effekt von Canuck als Dauermerkmal der zahlreichen Übertragungen aus einer Algonquian-baskischen Handelssprache (Pidgin) im 16. Jh. in die Sprache der Französisch-Kanadier, dann in die Sprache der englischsprachigen Insassen von New England überdauert hat.
Die letzte, längere Arbeit in diesem Band von John Steckley, Professor emeritus am Humber College in Toronto and Orangeville, Ontario, beschäftigt sich mit dem Namen Hechon, den die Wendat (Huron)-Erstnation dem Jesuitenmissionaren Jean de Brébeuf im frühen 17. Jh. verliehen hatte. Die Wendat wohnten zur Zeit des Kontakts mit den französischen Kolonisten in der heutigen Provinz Ontario. Wendat ist die autostereotype Namengebung der Nation, während Huron die heterostereotype Bezeichnung seitens der Kolonisten darstellt. Die Wendatsprache gehört daher zur Familie des Irokesischen. Heute findet man die Wendat in der Nähe der Stadt Québec an der Mündung des St. Lawrenceflusses. Ihre Sprache war 100 Jahre lang nicht im Gebrauch – aber die Stammesmitglieder der Wendat sind dabei, sie wieder zu erlernen. Sie wird z. B. in der Reservatsschule gelehrt. 
Als Brébeuf starb, wurde sein Name Hechon auf zwei weitere Personen übertragen. Schon die Tatsache, dass der Name nicht wie in anderen indigenen Kulturen nach dem Tode des Trägers tabuisiert wurde und dadurch gewöhnlich auf eine bestimmte Zeit aus der Sprache verschwand, dürfte als Beispiel dienen, wie verschieden die Kulturen indigener Nationen sind, wenn es sich um die Namen der Verstorbenen handelt. John Steckley ist zur Zeit „der Stammeslinguist“ der Nation der Wyandotte von Michigan, Kansas und Oklahoma, deren Dialekt in der ersten Hälfte des 20. Jhs. verschwand, sich aber zur Zeit im Prozess der Revitalisierung befindet. Steckleys Hauptanliegen in dieser Arbeit ist erstens die Beschreibung der Strategien der Wendat in der Namengebung der französischen Missionare und zweitens, Hypothesen vom Ursprung und der Bedeutung des Namens Hechon zu untersuchen. Nun muss vorausgeschickt werden, dass in dem phonologischen System der Wendat einige Konsonanten fehlen, die eine Namengebung der Kolonisten erheblich erschwerten. Zum Beispiel fehlen in Wendat sowohl die Labialen f, v, b, p, als auch die Laute l und ž. Brébeuf’s Nachname mit seinen zwei b’s und dem f wäre deshalb sehr schwer auszusprechen. So war der erste Versuch der Wendat in solchen Fällen, Konsonanten zu wählen, die den fehlenden in der Aussprache am nächsten waren. Wenn auch das nicht befriedigte, suchten sie stattdessen nach Wörtern in ihrer Sprache, die sie ohne weiteres aussprechen konnten und die eine Verbindung mit dem Namen oder dessen Bedeutung hatten. Steckley lehnt zwei vorgeschlagene Erklärungen zum Ursprung von Hechon ab und schlägt vor, in diesem Namen nicht den Nachnamen Brébeuf, sondern den Vornamen Jean enthalten zu sehen; der Vorname konnte viel leichter angepasst werden, indem das /ž/ in Jean zu dem am ähnlichsten Laut in Wendat, viz. /š/, übertragen wurde, während der Nasalvokal in Jean ein Äquivalent in Wendat [ǫ], also dem hinterem Nasalvokal, fand. Das h- am Anfang eines Wortes in Wendat steht für ein Substantiv mit maskulinem Geschlecht, es fehlt also nur noch die Erklärung des -e- in Hechon, die, wie uns scheint, in Steckleys Aufsatz verlorengegangen sein muss, es sei denn, sie ist von diesem Rezensenten übersehen worden. Vielleicht wurde das e eingeschoben wie es in vielen romanischen Sprachen, z. B. im Spanischen in esperar ‘hoffen’ oder im Französischen étranger ‘Fremder’, auftritt. Die Tatsache, dass Hechon gewöhnlich Echon/Echom buchstabiert wird, könnte unsere Analyse bestätigen.
Die letzten zwei Beiträge in diesem Heft sind Buchbesprechungen. Die erste, von Marc-Alexandre Beaulieu (Leiden University), betrifft Guy Puzey and Laura Konstanski (eds.), Names and Naming: People, Places, Perceptions and Power. Bristol: Multilingual Matters No. 163. Pp. 258.
Puzey und Konstanski diskutieren Probleme der Namengebung in einem sehr weiten Spektrum von Ländern über Australien, Norfolk Island, Italien, Norwegen, Schweden, Finnland bis nach Ungarn. Die Autoren untersuchen auch supraterritoriale Gegenden, wie z. B. der Saami in Nordskandinavien und der Kolahalbinsel in Russland, sowie das gälische Areal, besonders Schottland. Der Autor dieser Besprechung, Marc-Alexandre Beaulieu, bedauert, dass Puzey und Konstanskis Buch einen Vorzug für das Studium von Namen in den weitverbreiteten und etablierten Sprachen an den Tag legen und indigene Sprachen und Minderheitensprachen vernachlässigen. Diese Form der Vernachlässigung ist aber nicht typisch für onomastische Arbeiten der letzten zwei, drei Jahre, denn das Interesse, das an europäischen Schulen und Universitäten im Zusammenhang mit dem Jahr der Versöhnung in Kanada (2017) an dem Prozess der Umbenennung der Namen vieler Kolonisatoren in indigene Namen gezeigt wurde, scheint eher das Gegenteil zu beweisen. 
Der sicherlich am besten recherchierte Band der vorliegenden Nummer der Onomastica Canadiana schließt mit der Besprechung von Ana Zabalza Seguin (University of Navarra, Pamplona, Spain) eines Buches, das Lexikologie und Namenforschung vom soziolinguistischen Standpunkt vereint:
López Franco, Yolanda Guillermina: Un siglo de nombres de pila en Tlalnepantla de Baz. Estudio lexicológico y sociolingüístico [Ein Jahrhundert von Vornamen in Tlalnepantla de Baz. Eine lexikologische and soziolinguistische Studie]. México, D. F.: UNAM, Facultad de Estudios Superiores Acatlán, Plaza y Valdés, DGAPA, 2011. Pp. 361.
Das Buch spricht für sich selbst – die Autorin, Yolanda Guillermina López Franco (henceforth López Franco) will die Entwicklung der Rufnamen in der Gemeinde von Tlalnepantla, einem Teil des Großraums der Stadt Mexico, im 20. Jahrhundert vom sprachwissenschaftlichen Standpunkt untersuchen. Die starke Einwanderungswelle zwischen 1930 und dem Jahr 2000 hatte zur Folge, dass die Einwohnerzahl in Tlalnepantla von etwas mehr als zehntausend Einwohnern auf 720.000 anstieg. Die Autorin wählte das älteste Registrationsbüro der Stadt zur Analyse, das Oficialía no 1 del Registro Civil de Tlalnepantla. Wahrscheinlich wegen des langen Zeitraums machten es die unbeständigen Kriterien der Statistiken López Franco oft schwer, verlässliche Resultate zu erhalten.
Wie Ana Zabalza Seguin zusammenfassend konstatiert, ist eine überwiegende Anzahl der Quellsprachen für Namen das Spanische, aber viele Namen haben ihren Ursprung auch in indigenen Sprachen. Es überrascht, dass viele Namen auf fremde Sprachen, wie Englisch, Französisch, Italienisch, sowie Russisch (der Name Olga hat sich zu einem weit verbreiteten Namen im Spanischen entwickelt), Arabisch, Schwedisch, Catalan und Baskisch zurückgehen. Wir schließen uns der Hoffnung an, mit der Ana Zabalza Seguin ihre Besprechung abschließt: „We hope that López Franco’s book helps to awaken the interest in this discipline in Latin America and particularly in Mexico“ (p. 124)