Thursday, February 27, 2014

Namenkundliche Informationen 101/102

Deutsche Gesellschaft für Namenforschung e.V. | Namenkundliche Informationen 101/102



Ein halbes Jahrhundert nach dem Erstdruck – damals noch unter dem Namen "Informationen der Leipziger namenkundlichen Arbeitsgruppe" – erscheint nun der aktuelle Doppelband 101/102 (Jahrgang 2012/2013) der "Namenkundliche[n] Informationen", einer der traditionsreichsten Zeitschriften der Philologischen Fakultät der Alma Mater Lipsiensis. Hierbei entschied sich das in Teilen neuformierte Herausgebergremium für eine "Frischzellenkur" in der Form, dass die Zeitschrift an internationale wissenschaftliche Standards angepasst und teilweise neu konzipiert wird.

Inhalt

Editorial
Zum Geleit

A. Aufsätze / Articles

Albrecht Greule
Theonyme

Steffen Patzold
Personen, Namen, Lemmatisierung: Namenforschung zwischen Geschichts- und Sprachwissenschaft am Beispiel des Projekts „Nomen et Gens“

Harald Bichlmeier
Einige indogermanistische Anmerkungen zur mutmaßlichen Ableitungsgrundlage des Ortsnamens Leipzig: dem Flussnamen urgerm. *Līƀō- bzw. dem Gebietsnamen urgerm. *Līƀi̯a/ō- (mit einem Exkurs …)

Francesco Perono Cacciafoco
Remote Origins. The case of “Water Towns”, of Olbicella, and of root *alb-

Dieter Kremer
Ausländer im Lissabon des 16. Jahrhunderts

Karlheinz Hengst
Sprachforschung und historische Landeskunde. Eine Urkunde vomEnde des 12. Jahrhunderts und der Mitteilungsgehalt der Namen

Karlheinz Hengst
Forschungsergebnisse zu Integrationsprozessen von Siedlungsnamenaus der Minderheitensprache Sorbisch im sorbisch-deutschenSprachkontaktraum

Walter Wenzel
Bisher unbekannte sowie fehlgedeutete sorbische Zunamen.Nach Quellen des 14. bis 18. Jahrhunderts

Walter Wenzel
Der Niedersorbische Zunamenatlas

Volkmar Hellfritzsch
Schwierige Familiennamen auf -eis(en) in Sachsen und Bayern

Kathrin Dräger
Groß-Zimmern, Groß Grönau, Großopitz – Zur Zusammenfügung vonSiedlungsnamen mit unterscheidenden Zusätzen

Pascal Mauf / Martin Sladeczek
Straßennamen des städtischen Randes

Volker Kohlheim
Toponyme in der Literatur: Ein kognitivistischer Ansatz

Angelika Bergien
Das Lady-Gaga-Prinzip:Namen als Erklärungsmodelle im Kontext der Wirtschaft

Albrecht Greule
Gegenwart und Zukunft der oberdeutschen Namenforschung

B. Diskussion / Discussion

Harald Bichlmeier
Analyse und Bewertung der sprachwissenschaftlichen Standards aktueller Forschungen traditioneller Art zur ‚alteuropäischen Hydronymie‘ aus der Perspektive der heutigen Indogermanistik

Werner Guth
Der Flussname Unstrut

C. Besprechungen / Reviews

Volkmar Hellfritzsch
Neue Einsichten in die Struktur deutscher Familiennamen (Deutscher Familiennamenatlas, hg. von Konrad Kunze und Damaris Nübling, Band 3, Berlin/Boston 2012)

D. Berichte und Würdigungen / Reports and Appreciations

Hundert Jahre Namn och bygd.
Tendenzen und Entwicklungslinien 
(Svante Strandberg)

In memoriam Ernst Eichler (Karlheinz Hengst)

In memoriam Aleksandra Vasil’evna Superanskaja (Natalija Vladimirovna Vasil’eva)

Autoren / Authors
Das neue Herausgebergremium vertritt insbesondere die sprachwissenschaftliche und historische Namenforschung – hierbei stehen die großen Philologien Germanistik und Anglistik, Romanistik und Slavistik gleichberechtigt nebeneinander –, die Geschichtswissenschaft insbesondere Sozialgeschichte, Siedlungsgeschichte, Kulturlandschaftsforschung und die Historischen Hilfswissenschaften.
Als "Brückenwissenschaft" wird die Namenforschung fächerübergreifend und multidisziplinär betrieben. Der aus der Tradition heraus gewachsene Schwerpunkt Osteuropa wird auch in Zukunft nicht vernachlässigt werden, doch versteht sich die Zeitschrift, wie auch die GfN, als europäisches namenkundliches Forum.
Dem internationalen Standard und einem strengen wissenschaftlichen Niveau entsprechend wird die Aufnahme von Beiträgen zukünftig von einem doppelten Blindgutachten (double-blind review) abhängig gemacht. Der Anspruch einer überregionalen wissenschaftlichen Diskussion namenkundlicher Thematik wird auch durch die Öffnung für Beiträge in den Weltsprachen Englisch, Französisch und Spanisch betont.
Die inhaltliche Struktur unterscheidet zwischen Themenschwerpunkten und freien Beiträgen. Themenschwerpunkte sind durch thematische Tagungen, angeregt und mitgetragen durch die GfN, vorgegeben. Die Planungen betreffen den Zeitraum bis 2017:
  • Namen und Geschichte (Tübingen, Mai 2014)
  • Namen und Kulturlandschaften (Jena, Oktober 2014)
  • Namen und Recht (Regensburg, April 2015)
  • Fremde Namen (Leipzig, Oktober 2015)
  • Namen und Übersetzung (Leipzig, Mai 2016)
  • Namen und Berufe (Leipzig 2016)
  • Kirchenbücher als namenkundliche Quelle (Leipzig 2017)
Die sechs Monate nach dem Erscheinen der Printausgabe zugängliche Online-Version derNamenkundliche[n] Informationen wird in den nächsten zwei Jahren schrittweise von der gegenwärtigen Betaversion zu einer zukunftsfähigen elektronischen Zeitschrift mit umfassender Volltextrecherche ausgebaut werden. Für den Inhalt der Namenkundliche[n] Informationen zeichnet das neue Herausgebergremium verantwortlich, die Redaktion liegt in den Händen von Susanne Baudisch und Dieter Kremer. Der Satz wird von Antje Mönnig erstellt.
Der vorliegende Band ist in zweierlei Hinsicht ein Sonderfall. Einerseits markiert er den Übergang, die neue Konzeption wird in der Struktur deutlich, doch sind die Beiträge noch nicht nach dem zukünftigen Begutachtungsverfahren aufgenommen worden. Andererseits handelt es sich um einen Doppeljahrgang, dadurch wird der Rückstand aufgeholt, und die Zeitschrift kann in Zukunft jahrgangsweise aktuell erscheinen.Dieter Kremer, Vorsitzender der GfN
Namenkundliche Informationen
Doppelheft 101/102
herausgegeben von Susanne Baudisch (Dresden), Angelika Bergien (Magdeburg), Albrecht Greule (Regensburg), Karlheinz Hengst (Leipzig/Chemnitz), Dieter Kremer (Trier, Leipzig), Dietlind Kremer (Leipzig) und Steffen Patzold (Tübingen), 508 S.
Leipziger Universitätsverlag GmbH 2013
ISSN 0943-0849
Broschur, 31,50 €
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