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Tuesday, September 22, 2026

20 deutsche Nachnamen, die von „unehrlichen Berufen“ stammen

 


Müller, Färber, Gerber, Bader – Namen, die heute in jedem Wartezimmer aufgerufen werden. Vor sechshundert Jahren beschrieben sie das Einzige an einem Mann, das sich nicht abwaschen liess: seine Arbeit. Fast jeder zweite Nachname im deutschen Sprachraum entstand aus einem Beruf. Viele dieser Berufe aber waren Arbeiten, die sich niemand aussuchte – zu schmutzig, zu weit weg vom Dorf, zu nah am Blut oder zu einsam. Wer sie machte, wurde gebraucht und trotzdem auf Abstand gehalten: unterhalb der Wasserstelle, vor der Mauer, am tiefsten Punkt am Fluss. Ihre Namen tragen wir bis heute. In diesem Video: – Die 20 verrufensten Berufsnamen des deutschen Sprachraums, von Platz 20 bis Platz 1 – Herkunft, Bedeutung und ein historisch belegter Kontext für jeden Namen – Warum der Reichsschluss von 1731 einige dieser Familien rehabilitierte – und eine ausnahm – Der letzte Name auf der Liste: das eine Gewerbe, dessen Wissen später einen angesehenen Berufsstand mitbegründete Wir stützen uns auf das Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands (Mainz), auf das Duden-Werk zu den Familiennamen und auf die ältere Rechtsliteratur zu den sogenannten unehrlichen Berufen. Wo eine Lesart unter Forschern umstritten ist, sagen wir das klar. Ein Name ist ein Hinweis darauf, woher eine Familie stammt – niemals ein Urteil über diese Familie und niemals ein Beweis. Dein Name fehlt in der Liste? Schreib ihn in die Kommentare – vielleicht wird er zum nächsten Video. 📜 KAPITEL: 00:00 Einleitung – der Name, der sich nicht abwaschen liess 01:03 Drei Sätze vorweg – was diese Liste ist und was nicht 02:08 Wie aus einer Arbeit ein Nachname wurde 03:15 PLATZ 20 · ZIEGLER · mhd. ziegeler – der Ziegelstreicher 04:12 PLATZ 19 · KERNER · mhd. karn – Karren; der Kärrner 05:05 PLATZ 18 · BLEICHER · mhd. bleiche – der Bleichplatz 06:02 PLATZ 17 · SCHRÖTER · mhd. schrotäre – Fasslader, auch Schneider 06:57 PLATZ 16 · ZÖLLNER · ahd. zol – der Zolleinnehmer 07:57 PLATZ 15 · KALKBRENNER · mhd. kalc + brenner – der Kalkbrenner 08:57 PLATZ 14 · BERGMANN · mhd. bercman – Grubenarbeiter; auch: am Berg 09:57 PLATZ 13 · MÜLLER · mhd. mülnäre, lat. molinarius – der Müller 11:16 PLATZ 12 · WÄCHTER · mhd. wahtäre – der Nachtwächter 12:17 PLATZ 11 · WALKER · mhd. walker – der Tuchwalker 13:27 PLATZ 10 · FÄRBER · mhd. verwäre – der Färber 14:35 PLATZ 9 · PECHER · mhd. bech – der Pechsieder 15:38 PLATZ 8 · ASCHENBRENNER · mhd. asche + brennen – Pottaschebrenner 16:21 PLATZ 7 · KÖHLER · mhd. koler – der Köhler 17:32 PLATZ 6 · KUTTLER · mhd. kuteler – Kuttler, Küter 18:33 PLATZ 5 · HIRT · mhd. hirte, lat. pastor – der Hirte 19:32 PLATZ 4 · GERBER · mhd. gerwer – der Gerber, südd. Lederer 20:35 PLATZ 3 · SEILER · mhd. seiler – der Seiler, nd. Reepschläger 21:41 PLATZ 2 · BADER · mhd. badäre – der Mann der Badstube 22:57 PLATZ 1 · SCHINDER · mhd. schinden – Abdecker, Wasenmeister 24:45 Rückblick – zwanzig Männer, zwanzig Wörter

Saturday, January 20, 2018

Vortrag über die Welt der Namen mit dem Professor Konrad Kunze

Badische Bauern Zeitung

„Weil hinter Namen Geschichten stecken”

Von Sabine Köllner
Namensforschung scheint auf den ersten Blick eine trockene Angelegenheit zu sein, meint man. Doch wer einen Vortrag über die Welt der Namen mit dem pensionierten Literatur- und Sprachwissenschaftler Professor Konrad Kunze erlebt, taucht in eine überaus spannende Welt ein.

Kennen Sie die  Sagen vom Toten Mann (Gipfel) oder die Namenswitze von Yach und Ibach? Warum hat der Feldberg einen deutschen Namen, der Belchen aber einen keltischen? Und wieso gibt es einen „Schweinetummelplatz”, wo doch jeder Schwarzwälder von der Saumatte spricht. Auf seine erfrischende und humorvolle Art weiß Namensforscher Konrad Kunze die Hintergründe, die zu einem Namen beziehungsweise zu einer Flurbezeichnung geführt haben.

Der gebürtige Neustädter lehrte bis zu seiner Pensionierung 2004 an der Universität Freiburg. Seine Hauptforschungsgebiete waren deutsche und lateinische Literatur des Mittelalters, Legenden- und Heiligenforschung, Ikonographie, Sprachgeschichte, Dialektologie und Namenforschung. Mit der Pensionierung ist er in die Welt der Namenskunde vorgedrungen.

Um sich seinen schier unerschöpflichen Wissenschatz über Jahrzehnte zu erarbeiten, wälzte er viele dicke Bücher, darunter auch das gute alte Telefonbuch, und bemühte das Internet, um die Ursprünge und Verbreitung von Familiennamen zu erforschen. 2009 veröffentlichte er als Mitherausgeber den ersten Band des Deutschen Familienatlasses, der die Verbreitung verschiedener Namen in Deutschland illustriert. 2017 wurde der letzte der sechs Bände gedruckt.
 
Der Vortrag am 30. Januar im Haus der Bauern (Merzhauser Str. 111, 79100 Freiburg) beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr.