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| KI-generierte Illustration – kein offizielles Tagungsposter |
Ein deutlicher Schwerpunkt liegt auf digitalen Ressourcen und Portalen: Vorgestellt werden unter anderem die onomastischen Plattformen des Schweizerischen Idiotikons, digital erhobene Flurnamen als Forschungsinfrastruktur, der Familiennamenatlas der Deutschschweiz, das Historische Ortsverzeichnis von Sachsen sowie das Rheinland-Pfälzische Flurnamenlexikon. Damit rücken zentrale Fragen in den Vordergrund: Wie lassen sich Namendaten langfristig sichern, kartieren, vernetzen und für Forschung wie Öffentlichkeit nutzbar machen?
Auffällig ist außerdem die starke Präsenz von Raum-, Karten- und Geodatenperspektiven. Mehrere Beiträge widmen sich der räumlich-zeitlichen Analyse von Namenverzeichnissen, der webbasierten Kartierung von Toponymen sowie der Lokalisierung und geografischen Nutzung von Flurnamen. Das zeigt, dass digitale Onomastik heute immer stärker auch als raumbezogene Datenwissenschaft gedacht wird.
Daneben öffnet sich die Tagung bewusst für neue Namenwelten und neue Methoden. Besonders spannend wirken Beiträge zu Hannoveraner Pferdenamen, zu Produktnamen und Logos von Lernmanagementsystemen, zu Namenübergriffen im politischen Diskurs sowie zur Onomastik im Dialog mit KI, konkret zu Namen von KI-Chatbots und KI-Agenten. Gerade hier dürfte sichtbar werden, wie sehr sich die Namenforschung inzwischen auch mit gegenwartsnahen, medialen und technologischen Phänomenen verbindet.
Ein weiterer wichtiger Zug des Programms ist seine internationale Reichweite. Beiträge aus Zürich, Innsbruck, Bratislava, Tbilisi, Uppsala, Riga, Bern, Cherson/Münster und anderen Orten machen deutlich, dass digitale Onomastik längst in transnationalen Netzwerken arbeitet. Thematisch reicht das von onomastischer Terminologie über mittelalterliche Personennamen Schwedens bis hin zu deutsch-ukrainischen Vergleichen bei digitalen Ressourcen zur Straßenbenennung.
Bemerkenswert ist schließlich auch, dass die Tagung nicht bei der Theorie stehen bleibt. Mit Themen wie partizipativer Onomastik, Digitalisierung und Ehrenamt im Thüringischen Flurnamenprojekt, einer onomastischen Stadtführung sowie der Vorstellung des International Network for Personal Names Research wird deutlich, dass hier auch über Kooperation, Vermittlung und die Zukunft der Fachcommunity nachgedacht wird. Insgesamt kündigt das Programm eine Tagung an, die klassische Namenforschung, digitale Infrastruktur, Öffentlichkeit und innovative Themenfelder produktiv zusammenführt.
Programm Tagung „Onomastik im digitalen Zeitalter“
(Stand 05.03.2026)
Ort: Universität Bremen
Veranstalter*innen: Barbara Aehnlich, Andreas Jäger, Anna Mattfeldt, Andreas Rothenhöfer
28.09.2026
12:00: Öffnung des Tagungsbüros
13:00: Eröffnung der Tagung
13:30–14:00: This Fetzer und Martin Graf (Zürich):
Die onomastischen Plattformen des Schweizerischen Idiotikons und ihr Potenzial und ihre Herausforderungen für Forschung und Öffentlichkeit
14:00–14:30: Elisabeth Gruber-Tokić und Gerhard Rampl (Innsbruck):
Die Nutzung digital erhobener Flurnamen als Forschungsinfrastruktur
14:30–15:00: Simone Berchtold (Zürich):
Digitalisierung: Familiennamenatlas der Deutschschweiz
Kaffeepause
15:30–16:00: Eric Iwanski (Dresden):
Das Historische Ortsverzeichnis von Sachsen (HOV) heute – digitale Fortschritte, neue Erkenntnisse und Herausforderungen
16:00–16:30: Michael Albus, Andreas Görres und Holger Meyer (Rostock):
Techniken zur räumlich-zeitlichen Analyse von Namenverzeichnissen
16:30–17:00: Christoph Nölle (Wuppertal):
Web-basierte Kartierung von Toponymen am Beispiel der apa-Namen
17:00–17:30: Daniel Kroiß (Mainz):
Das Rheinland-Pfälzische Flurnamenlexikon – Herausforderungen und Perspektiven eines 20 Jahre alten Digitalprojekts
18:30: Verleihung Henning-Kaufmann-Preis
29.09.2026
09:00–09:30: Kristin Loga (Münster):
Alles digital, oder was? – Eine Momentaufnahme beim Deuten von Orts- und Familiennamen
09:30–10:00: Milan Harvalík und Iveta Valentová (Bratislava):
Digitale Bearbeitung der onomastischen Terminologie
10:00–10:30: Marina Andrazashvili (Tbilisi):
Toponyme Deutschlands unter der Lupe der Auslandsgermanistik
Kaffeepause
11:00–11:30: Anja Hasse und Martina Heer (Zürich/Bern):
Von Frühsport bis Johnny Depp. EquinOn – Das digitale Namenprojekt zu Hannoveraner Pferden
11:30–12:00: Stefan Hackl (München):
Onomastik im Dialog mit KI: eine explorative Studie zu Namen von KI-Chatbots und KI-Agenten im KI-gestützten Forschungsdesign
12:00–12:30: Luca Winklmüller (Mainz):
„Gavin New-Scum, he’s the governor of California“. Positionierung mit Namenübergriffen im öffentlich-politischen Diskurs
12:30–13:00: Michael Reichelt (Halle/Saale):
Von Abara bis Zywave, von Adler bis Zylinder – Produktnamen und -logos von Lehr- und Lernmanagementsystemen (LMS)
13:00–14:00: Mittagspause
14:00–14:30: Rita Heuser und Jonatan Jalle Steller (Mainz):
Mehr Selbstwirksamkeit im konsolidierten Portal für Namenforschung
14:30–15:00: Daniel Solling (Uppsala):
Das Wörterbuch der mittelalterlichen Personennamen Schwedens und seine Digitalisierung
15:00–15:30: Renāte Siliņa-Piņķe (Riga):
Historisches lettisches Vornamenbuch (digital): Berührungspunkte mit dem Deutschen
15:30–16:00: Martina Heer und Michael Prinz (Bern/Uppsala):
SaRa-Digital: Datenarchäologie und Familiennamengeographie auf der Grundlage der Sammlung Ramseyer
17:00: Onomastische Stadtführung
18:30: Abendessen
30.09.2026
09:00–09:30: Verena Kohlmann und Florian Landes (München):
Von Aach bis Zwölfling – Zum aktuellen Stand der „Erfassung der mundartlichen Form der Ortsnamen in Bayern“
09:30–10:00: Ulrich Ritzerfeld (Marburg):
Das Hessische Ortslexikon als Grundlage einer modernen Onomastik
10:00–10:30: Stefan Aumann (Marburg):
Wege zur Lokalisierung Hessischer Flurnamen
Kaffeepause mit Postervorstellungen
11:15–11:45: David Brosius und Petra Kunze (Jena):
Partizipative Onomastik: Digitalisierung und Ehrenamt im Thüringischen Flurnamenprojekt
11:45–12:15: Hans-Peter Ederberg und Christian Zschieschang (Cottbus):
Die Digitalisierung Niederlausitzer Flurnamensammlungen. Aus der Werkstatt
12:15–12:45: Axel Heinze (Aurich):
Die geografische Nutzung einer digitalen Flurnamensammlung
12:45–13:45: Mittagspause
13:45–14:15: Maria Kopf (Hamburg):
Herausforderungen der Gebärdensprach-Toponomastik
14:15–14:45: Larysa Kovbasyuk (Cherson/Münster):
Kontrastive Studie zur Straßenbenennung im Deutschen und Ukrainischen: Vergleich der digitalen Forschungsressourcen
14:45–15:15: Anna-Maria Balbach (Münster):
Vorstellung des Netzwerks: International Network for Personal Names Research
15:15: Verabschiedung
15:45: Mitgliederversammlung GfN

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